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Die Amerikanerin wurde von Jan Alexander Luley, Paul G. Ulrich und Tobias Schirmer (von links) kongenial begleitet. Foto: Frommer
Die Amerikanerin wurde von Jan Alexander Luley, Paul G. Ulrich und Tobias Schirmer (von links) kongenial begleitet. Foto: Frommer
14.04.2019

Unbändige Stimmgewalt: Brenda Boykin zieht das Publikum in Mühlacker in ihren Bann

Mühlacker. Brenda Boykin erobert den Saal mit einem Lächeln. Die charismatische Sängerin aus Oakland zählt zu den Musikern, deren Ausstrahlung sofort beim Publikum verfängt. Ihre dunkle Stimme lässt im Jugendhaus „Pro Zwo“ fast zweitrangig werden, wer gerade neben ihr auf der Bühne steht.

Und das sind keineswegs musikalischen Leichtgewichte: Jan Alexander Luley (Keyboard, Bad Hersfeld), Paul G. Ulrich, (Kontrabass, Köln) und Tobias Schirmer (Schlagzeug, Würzburg) sind allesamt arrivierte Jazzer. Luley stand zehn Jahre in Reihen der Frankfurter Barrelhouse Jazzband, Ulrich musizierte gemeinsam mit Paul Kuhn und Schirmer mit Tony Lakatos und dem Stuttgarter Tausendsassa „Mini“ Schulz. Doch Spontaneität, Stimmumfang und Bühnenpräsenz der Frontfrau überstrahlen an diesem Abend schlicht alles.

Brenda Boykin beginnt mit Nat King Coles Jazz-Standard „Gee Baby, Ain’t I Good to You“ bärenstark und läuft spätestens bei T-Bone Walkers populärem West Coast-Blues „Stormy Monday“ zu ganz großer Form auf.

Sie strahlt übers ganze Gesicht und lässt das Mühlacker Publikum wissen: „T-Bone Walker wurde selbst von den ganz hochnäsigen Jazzern, sogar von den Bebop-Leuten akzeptiert“. Außerdem übersetzt sie ins Deutsche, was sich hinter der Textzeile „Der Adler fliegt am Freitag“ versteckt: Ein Weißkopfseeadler, das US-Wappentier, ziert das Siegel der Dollar-Noten – und die fanden sich freitags in der Lohntüte.

Backstage, im Gespräch mit der PZ, betont Brenda Boykin: „Unabhängig davon, ob ich Jazz oder Blues singe, ich gehe immer zu den Wurzeln“. Sie selbst nennt ihre Mischung am liebsten „Home Cooking“.

Mehr lesen Sie am Montag, 15. April in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.