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Das Mahnmal in Enzberg wurde dann von Unbekannten verwüstet. Foto: Münderlei © Münderlein
08.01.2015

Unfallgedenkstätte zur Erinnerung an 19-Jährigen an B10 zerstört

Sie war auffällig geschmückt und weitaus größer als die meisten Unfall-Gedenkstätten an den Straßen im Enzkreis. Jetzt jedoch liegt sie in Schutt und Asche. Die Gedenkstätte an der B10 zwischen Mühlacker und Enzberg, wo bei einem Autounfall am 19. Juli ein 19-Jähriger mit türkischen Wurzeln ums Leben gekommen war, ist in der Nacht zum Donnerstag mutwillig zerstört worden.

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Die vor Ort angebrachte Alufelge wurde abmontiert und gestohlen, Teile der Gedenkstätte in Brand gesteckt. Zusätzlich fanden sich Zigarettenschachteln und sonstiger Unrat. Das Polizeipräsidium Karlsruhe meldete, dass ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht auszuschließen sei. Die Ermittlungen wurden dahingehend an den Staatsschutz übertragen.

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Diese Behörde schaltet sich ein, wenn Straftaten die Sicherheit der deutschen Bundesrepublik gefährden oder ein Verstoß gegen die Verfassung besteht. Auszuschließen ist aber auch nicht, dass die wegen ihrer Größe umstrittene Gedenkstätte unabhängig von Abstammung oder Religionszugehörigkeit der Eigentümer manchen Personen ein Dorn im Auge war.

Ein vorbeifahrender Verkehrsteilnehmer hatte in der Nacht um 1.10 Uhr dem Polizeirevier Mühlacker das Feuer an dem Mahnmal gemeldet. Als die erste Streife laut Polizei nur knappe fünf Minuten später eintraf, waren die Flammen durch ebenfalls alarmierte Angehörige des Verstorbenen schon gelöscht worden.

Die Beamten hätten Benzingeruch wahrgenommen, so die Polizei. Der oder die Täter hatten wohl erst eine Terrassenplatte herausgenommen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgelegt. Dann wurde laut Polizei – offenbar mit einem Brandbeschleuniger – ein Feuer gelegt, wodurch ein Großteil der Stätte zerstört wurde. Zudem wurde die montierte Alufelge des Unfallautos gestohlen, die bereits am 16. Oktober Ziel eines versuchten Diebstahls war.

Die Ermittlungen zusammen mit Kriminaltechnikern dauern an. Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise von möglichen Zeugen, die sich unter der Telefonnummer (0721) 939 55 55 melden können.

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