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Ein Rettungswagen und mehrere Streifenwagen waren zum Bahnhof ausgerückt, wie dieses Leserbild zeigt.
Ein Rettungswagen und mehrere Streifenwagen waren zum Bahnhof ausgerückt, wie dieses Leserbild zeigt. © Privat
Mehrere Polizisten waren vor Ort, um die Lage zu klären.
Mehrere Polizisten waren vor Ort, um die Lage zu klären. © Privat
12.06.2018

Unruhige Zeiten am Mühlacker Bahnhof – Streit ruft Polizei auf den Plan

Mühlacker. Helle Aufregung herrschte für kurze Zeit am frühen Dienstagabend rund um den Mühlacker Bahnhof. Augenzeugen hatten der Polizei dort eine Schlägerei gemeldet, bei der auch Flaschen im Spiel gewesen sein sollen.

Als Beamte des nahegelegenen Mühlacker Reviers mit Unterstützung von Pforzheimer Kollegen kurz nach 18 Uhr angerückt waren, hatte sich die Lage um drei streitende Männer afrikanischer Herkunft aber schon wieder beruhigt und entspannt.

Vorgänge dokumentiert

Dass sich Vorfälle dieser Art in Bahnhofsnähe zusehends häufen, beklagen vor allem Anwohner. Einer der Betroffenen, der dort schon seit 40 Jahren lebt, hat sich nun an die PZ gewandt und schildert die Lage aus seiner Sicht. Er würde solche Vorgänge vor seinem Schlafzimmerfenster ab und zu dokumentieren, berichtet der Mann. Dabei habe er das Gefühl, dass sich das bisher so beschauliche Mühlacker speziell in der Bahnhofsgegend langsam zu einem „kriminellen Knotenpunkt“ entwickle. Er stelle fest, dass an solchen Vorfällen auch immer wieder Personen mit Migrationshintergrund beteiligt seien. Die Lage spitze sich seit Ende 2015 offenbar zu, so der Anwohner weiter.

Die Aktion am Dienstag, bei der insgesamt fünf Streifenwagen, darunter auch ein Fahrzeug der Hundestaffel, im Einsatz waren, bezeichnet er als „einen von vielen Polizeieinsätzen“ in Bahnhofsnähe. Dem widerspricht derweil Ulrich Saur, Leiter des Bürger- und Ordnungsamts in Mühlacker. Dass sich Anwohner beim Bahnhof über die dort oft heikle Situation ärgerten, habe die Stadt bereits vor einiger Zeit bei einer Umfrage festgestellt, betont er. Ein Bahnhof sei eben ein Ort, an dem viel Mobilität stattfinde. Zudem würden Polizei und auch Citystreife dort verstärkt Präsenz zeigen. Es sei aber auch an der Zahl der Delikte festzustellen, dass dort kein Kriminalitätsschwerpunkt liege.

Rückgang von Straftaten

Das bestätigt der Karlsruher Polizeisprecher Frank Otruba. Die polizeilichen Statistiken würden im Vergleich sogar belegen, dass in der Senderstadt seit 2014 ein Rückgang von Straftaten besonders im Hinblick auf Aggressionsdelikte wie Raub oder Körperverletzung zu beobachten sei. Gerade beim jüngsten Fall mit den drei Afrikanern sei es zu keinen strafbaren Handlungen gekommen, versichert Otruba.

Insbesondere die Aggressionsdelikte – hierzu zählen beispielsweise Raubtaten, Körperverletzungen sowie andere Straftaten im Bereich der Gewaltkriminalität – halten sich laut Otruba seit Jahren in gleichem Maß oder sinken sogar. Von Januar bis Mai 2018 führt die Polizei insgesamt 20 dieser Delikte in Mühlacker in ihrer Statistik, im selben Zeitraum im Vorjahr waren es noch 23. Für den Bereich des Bahnhofs gebe es keine gesonderten Zahlen. Otruba fügte hinzu, dass im Jahr 2018 bislang weder Nigerianer noch Gambier in Mühlacker eine solche Tat verübt hatten.