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Wollen sich durchsetzen: Die Sportvereine wie der Handballclub Blau-Gelb streben einen Hallenneubau an. © PZ-Archiv
25.03.2011

Unzufrieden über Hallensituation in Mühlacker

MÜHLACKER. Die Sportvereine in der Senderstadt sehen dringenden Bedarf an einem Neubau im Sporthallenbereich. Die Überlegung des Gemeinderats, mit Investoren eine neue Halle zu bauen, begrüßen die Vereinsvertreter.

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„Die Hallensituation hier am Ort ist ein riesiges Problem“, sagt Thomas Ufrecht vom Stadtsportverband Mühlacker. Ufrecht ist Mitglied beim Handball Club Blau-Gelb Mühlacker und kennt die Problematik aus eigener Erfahrung. „Wir können im Prinzip einzig und allein in der Enztal-Sporthalle Handball spielen, weil nur dort die Spielfeldgröße ausreichend ist. Wenn man dann aber sieht, dass die Halle eigentlich rund um die Uhr ausgebucht ist, wird es natürlich sehr schwer für uns, beispielsweise weitere Jugendmannschaften aufzustellen. Wann sollen die denn jemals trainieren?“

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Eine neue Halle, die mit Hilfe von privaten Investoren in den kommenden Jahren gebaut werden könnte, begrüßt Ufrecht daher außerordentlich. Bis Juli könnten die Pläne für ein derartiges Unterfangen vorliegen. Angedacht ist unter anderem eine öffentlich-private Partnerschaft.

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„Wenn man sich allein die Käppele-Halle anschaut, ist das Wort katastrophal ja beinahe noch geschmeichelt“, sagt Ufrecht. In der Halle, in der nach wie vor Schulsport abgehalten werde, überhaupt Sport zu treiben, sei regelrecht gefährlich und eigentlich unzumutbar.

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Diese Meinung vertritt auch Klaus-Jürgen Sommer, Tischtennisspieler bei der TTA 08 Mühlacker. „Wenn ich daran denke, dass wir im Jahr zirka 1400 Euro Nutzungsgebühr dafür bezahlen, in der Käppele-Halle überhaupt spielen zu dürfen, ist das wahrlich unter aller Kanone.“ Nach Meinung Sommers ist die Halle eigentlich unbespielbar und gehört abgerissen.

„Natürlich wissen wir auch, dass dafür im Moment kein Geld vorhanden ist. Aber nicht nur für uns ist es eine Zumutung, im Käppele zu spielen, sondern auch für unsere Gegner. Da muss man sich manchmal richtiggehend schämen.“

Erweitertes Nutzungsrecht

Ein Lösungsansatz könnte laut Sommer neben einem Hallenneubau auch ein erweitertes Nutzungsrecht der bereits vorhandenen Hallen sein. „Die Turnhalle der Mörike-Schule darf genauso wie die Halle in Dürrmenz am Wochenende, wenn unsere Spiele stattfinden, nicht genutzt werden. Dabei kann ich mir schwer vorstellen, dass die Anwohner durch ein Tischtennisspiel oder die zwei Autos, die da zur Halle fahren, gestört werden würden.“

Manfred Michallik, Vorsitzender beim Turnverein Mühlacker, sieht trotz der vorhandenen Engpässen bei der Belegung der Senderstädter Sporthallen die höchste Priorität bei der Sanierung der Käppele-Halle. „Natürlich wäre es am besten, das ganze Ding abzureißen und eine neue Halle zu bauen. Aber es mangelt in Mühlacker halt an Geld für ein derartiges Projekt.“

Probleme in der Kernstadt

Generell könne gesagt werden, dass sich die Probleme hauptsächlich auf die Kernstadt konzentrierten. „In den Teilorten wie Lienzingen, Enzberg und Lomersheim ist die Situation sicher entspannter, weil es dort weniger Vereine gibt, die sich um die Hallenbelegung balgen müssen“, so Michallik. Den Plan, mittels eines Investors eine neue Halle zu bauen, würde Michallik daher am liebsten in der Kernstadt umgesetzt sehen.

Diese Meinung vertritt auch Frank Ziegler. Der Vorsitzende des Turnvereins Enzberg sieht die Teilgemeinde in Sachen Sporthalle recht gut versorgt: „Wir haben vor ungefähr drei Jahren einen komplett neuen Hallenboden bekommen, der damals rund 100 000 Euro gekostet hat“, so Ziegler im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung.“ Zwar gebe es auch in Enzberg immer wieder Engpässe, gerade wenn größere Veranstaltungen anstünden. „Aber meistens kann man sich dann doch arrangieren.“ Ziegler betont jedoch, dass man um die Probleme in Mühlacker und Dürrmenz durchaus wisse und es sicher gut wäre, dort noch eine weitere Halle zu bauen.