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Matthias Lieb, Landesvorsitzender des VCD will in Sachen Zugverspätungen und Ausfällen Druck bei Land und Bahn aufbauen.  PZ-Archiv
Matthias Lieb, Landesvorsitzender des VCD will in Sachen Zugverspätungen und Ausfällen Druck bei Land und Bahn aufbauen. PZ-Archiv
11.12.2016

VCD-Aktion: Unterschriftensammlung für pünktliche Züge

Mühlacker/Enzkreis. Seit Wochen sind die Pendler im Bahnverkehr von Baden-Württemberg mit einer Häufung von Zugausfällen, Verspätungen und weiteren Unregelmäßigkeiten konfrontiert, stellt der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) fest.

Die von Land und Deutscher Bahn versprochenen Verbesserungen ließen auf sich warten, viele Fahrgäste würden weiterhin unter den Zuständen im regionalen Bahnverkehr leiden, beklagt der VCD. Mit seiner Unterschriftenaktion „Pünktliche Züge“ will der VCD Baden-Württemberg deshalb Druck gegenüber Land und Bahn aufbauen. Alle Fahrgäste im Land seien aufgerufen, mit ihrer Unterschrift deutlich zu machen, dass sie sich nicht länger mit Versprechungen vertrösten lassen wollen, ermuntert VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb die Betroffenen zum Mitmachen.

Bereits seit dem 1. Oktober seien insbesondere auf der Residenzbahn Stuttgart – Vaihingen/Enz – Mühlacker – Pforzheim - Karlsruhe, aber auch landesweit, die Berufspendler von einer Vielzahl an Mängeln im Regionalverkehr betroffen. In der Kalenderwoche 48 seien nur rund dreiviertel der Züge auf der Residenzbahn pünktlich unterwegs gewesen, beklagt Lieb. Für die vom Land beauftragten Eisenbahnunternehmen bedeuteten die verfehlten Ziele bei der Pünktlichkeit erhebliche Strafzahlungen, sogenannte Pönalen, die sie an das Land zahlen müssten – bisher ohne spürbare Wirkung. Die von Ausfällen und Verspätungen betroffenen Fahrgäste gingen dagegen leer aus.

In Österreich hingegen könnten sich Verkehrsunternehmen nicht so einfach aus der Verantwortung ziehen, so Matthias Lieb. Dort werde der erreichte Wert bei der Pünktlichkeit im Jahresschnitt ermittelt und mit der vorgegebenen Zielmarke verglichen. Werde das Ziel verfehlt, müsse das Verkehrsunternehmen den Fahrgästen nachträglich und automatisch zehn Prozent des Fahrpreises erstatten.

„Ein vergleichbares Entschädigungsmodell ist für die hiesigen Fahrgäste längst überfällig“, betont der VCD-Landesvorsitzende. Betrachte man die Entwicklung der Pünktlichkeitswerte der DB im landesweiten Regionalverkehr in den letzten Jahren im Vergleich zur Zielmarke in Österreich, wären die betroffenen Inhaber von Zeitkarten in Baden-Württemberg schon seit Jahren in den Genuss der Erstattung gekommen.

„Mit der VCD-Aktion ‚Pünktliche Züge‘ wollen wir die Verantwortlichen in die Pflicht nehmen, die Grundlagen für die Realisierung einer vergleichbaren Entschädigungsregelung zu schaffen“, erklärt Lieb und ergänzt: „Bisher lohnt es sich für die Verkehrsunternehmen nicht, pünktlich zu sein – die Pönalen sind im Vergleich zu den Kosten für höhere Reserven und mehr Personal gering. Erst die Einführung einer Entschädigungsregelung für die Fahrgäste könnte dies ändern.

Die bis Ende Januar 2017 eingegangenen Unterschriftenlisten sollen an Verkehrsminister Winfried Hermann und DB Regio-Chef David Weltzien übergeben werden.

Die VCD-Unterschriftensammlung endet am 27. Januar. Unterschriftenlisten zum Herunterladen, ein Aktionsset für Fahrgäste, die selbst sammeln gehen wollen, und Infos zu den Hintergründen finden Sie auf der VCD-Aktionsseite: http://bw.vcd.org/aktionen/puenktliche-zuege.