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Sind mit dem Jahresergebnis im Fusionsjahr vollauf zufrieden: die Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Schmid und Josef Kruger (Mitte), flankiert von den Vorständen Timm Häberle und Heiko Herbst (jeweils von links). Foto: Kollros
Sind mit dem Jahresergebnis im Fusionsjahr vollauf zufrieden: die Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Schmid und Josef Kruger (Mitte), flankiert von den Vorständen Timm Häberle und Heiko Herbst (jeweils von links). Foto: Kollros
03.06.2017

VR-Bank Neckar-Enz stellt ihre Bilanzen vor

Vaihingen/Mühlacker. „Ihr Haus ist schlagkräftiger geworden“, attestierte der Wirtschaftsprüfer Jörg Hildbrand vom übergeordneten Genossenschaftsverband den Mitgliedervertretern der VR-Bank Neckar-Enz im Hinblick auf die im vergangenen Jahr vollzogene Verschmelzung vierer Häuser zum heute zweitgrößten genossenschaftlichen Institut im Kreis Ludwigsburg. Zwei Jahre zuvor war die Enztalbank Teil dieser bis in den Enzkreis reichenden Bank geworden.

Der Verbandsprüfer bestätigte also, dass die Prognosen aller in den Vorgängerbanken die Vierer-Fusion forcierenden Verantwortlichen in der Realität eingetreten seien, wie in der Vertreterversammlung in Freiberg dies auch die amtierenden Vorstände Timm Häberle und Heiko Herbst mit Zahlen und Fakten unterfütterten.

Häberle bemühte in seinem Bericht einmal mehr das Bild von der Zins-Wüste, in der sich die Bankenlandschaft aktuell befinde – dem hinzufügend, von einer wieder „blühenden Welt hinter der Wüste“ überzeugt zu sein. Die Zinsmarge werde „politisch ausgelöscht“, kritisierte er, und für die 64 Millionen VR-Bank-Guthaben, das bei der Zentralbank sicher „geparkt“ sei, würden 0,4 Prozent „Strafzins“ verlangt – der Preis, Kundengelder sicher zu verwahren. „Denn in Spanien oder Italien, wo’s solche Negativ-Zinsen nicht gibt, wollen wir nun auch keine Einlagen tätigen“, ergänzte Vorstandskollege Herbst.

Insgesamt verwaltet die VR-Bank 1,33 Milliarden Euro Kundeneinlagen. Diese erhöhten sich um 70,7 Millionen. Das bilanzielle Kreditgeschäft wies einen Zuwachs von 49 auf 946 Millionen Euro auf. Einschließlich der Vermittlung von Produkten der Partner aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe errechnet sich bei der VR-Bank ein betreutes Kundengesamtvolumen von knapp über drei Milliarden Euro, was einen Anstieg von 4,5 Prozent ausmacht.

Eingangs seiner Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung wies Herbst auf einen „einmaligen“ Negativ-Effekt hin, die Erhöhung der Verwaltungskosten, die fusionsbedingt gewesen seien. Beim Zinsüberschuss musste ein Rückgang um 2,3 auf 34,1 Millionen hingenommen werden. Dieses Defizit habe nun keineswegs durch das Plus beim Provisionsüberschuss angeglichen werden können, der sich lediglich um rund 400 000 Euro (knapp vier Prozent) auf 9,6 Millionen erhöhte. Unterm Strich verblieb ein Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von 30,3 Millionen Euro, abzüglich knapp vier Millionen Steuerzahlungen und 23 Millionen Einstellung in den Risikofonds verblieb Jahresüberschuss von 3,36 Millionen Euro. Daraus erfolgt nach dem Beschluss der Versammlung eine vierprozentige Dividendenzahlung (rund eine Million Euro) und die verbleibenden 2,47 Euro werden den Rücklagen zugeführt.

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden sechs Mitglieder wiedergewählt, der stellvertretende Vorsitzende Josef Kruger (Freiberg) schied altershalber aus. Er erhielt von Verbandsprüfer Hildbrand die silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbands. Im Amt bestätigt wurden unter anderem aus Sersheim Wolfgang Fessler und Schultes Jürgen Scholz, dessen Ergebnis indes durch fünf Gegenstimmen und 15 Enthaltungen getrübt wurde.