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Gehört unbedingt nach draußen: ein Grill in voller Funktion.
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12.02.2018

Vaihinger Fall: Mühlacker Arzt erklärt, was Kohlenmonoxid so tückisch macht

Vaihingen an der Enz/Mühlacker. Die Frauen hatten unheimliches Glück, einigermaßen glimpflich davongekommen zu sein: Nachdem bei einer Party in Vaihingen an der Enz acht Gäste eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung erlitten haben, weil sie die Räumlichkeiten mit einem Holzkohlegrill heizen wollten, schlägt der Fall in der Region erhebliche Wellen.

Vorfälle wie dieser in Vaihingen sind nämlich längst kein Einzelfall – und oft enden Kohlenmonoxidvergiftungen tödlich. Denn die farb- und geruchslose chemische Verbindung ist hochgiftig – und wird von den Betroffenen nicht wahrgenommen.

Kohlenmonoxid-die unsichtbare Gefahr

Dr. Peter Metz, jahrzehntelang Chefarzt an den Enzkreiskliniken in Mühlacker, kennt sich mit der Thematik auch aus eigener Betroffenheit sehr gut aus: Als vor wenigen Wochen ein Großaufgebot der Feuerwehr nach Enzberg gerufen wurde, um einen Gasalarm zu überprüfen, war Metz in seinem Wohnhaus unmittelbar involviert. Damals jedoch sorgte ein kaputter Brenner für die erhöhte Gaskonzentration – und kein Grill in den Wohnräumen.

„Das ist unheimlich fahrlässig, in geschlossen Räumen zu grillen oder einen Grill als Heizung benutzen zu wollen“, erläutert Metz. Denn wenn Kohle, Öl oder Gas nicht vollständig verbrannt werden, entstehe das hochgiftige Kohlenmonoxid mit seiner tückischen Wirkung. „Gelangt Kohlenmonoxid in den Körper, heftet es sich an die roten Blutkörperchen und behindert den Sauerstofftransport“, erklärt der Arzt.

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Was macht Kohlenmonoxid (CO) so gefährlich?

Das Gas ist farb-, geruch- und geschmacklos. Etwa 300 bis 400 Menschen pro Jahr verlieren in Deutschland ihr Leben, weil sie Opfer einer Kohlenmonoxidvergiftung wurden.

Wenn Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen, kann sich Kohlenmonoxid bilden. Schon mehrfach gab es Tote und Verletzte, weil jemand einen noch glühenden Holzkohlengrill vom Balkon ins Zimmer gestellt oder in einer geschlossenen Garage gegrillt hat. Wer einen offenen Kamin in der Wohnung hat, muss ebenfalls mit einer unsauberen Verbrennung und Kohlenmonoxidbildung rechnen. Sind dann auch noch die Abzüge defekt oder der Kamin verstopft, kann sich das Gas im Wohnraum ansammeln. Manchmal sogar bei geöffneten Fenstern. Auch an Stromaggregaten, die meist mit Diesel oder Benzin betrieben werden, entstehen giftige Abgase wie Kohlenmonoxid. Ein solches Aggregat, das die Versorgung mit Energie unabhängig vom Stromnetz sicherstellt, sollte also nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Das Einatmen von CO führt zu einem extremen Sauerstoffmangel im Körper. Aus Kopfschmerzen und Übelkeit folgen Herzrasen, Halluzinatonen und Krämpfe. Die Kohlenmonoxid-Opfer werden zunehmend apathisch und leiden unter Atemnot. Je länger die Menschen große Mengen CO einatmen, desto eher tritt der Tod ein. Gefährlich wird es, wenn die Menschen im Schlaf überrascht werden und dann nicht mehr die Kraft finden, sich aus dem Raum zu bewegen, um frische Luft, zum Beispiel durch ein geöffnetes Fenster, einzuatmen.

Die üblichen und vorgeschriebenen Rauchmelder reagieren nicht auf Kohlenmonoxid. Es gibt jedoch CO-Melder, die bei manchen Kaminsituationen auch vom Schornsteinfeger angeordnet werden. Generell gilt: Ein CO-Melder kann Leben retten, denn wer noch die Kraft hat, sich ins Freie zu retten, hat sehr gute Chancen, die Vergiftung zu behandeln. Das geschieht vor allem mit der Gabe von hochdosiertem Sauerstoff. tok

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