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25.05.2011

Vaihinger Mordfall: Osteuropäer tatverdächtig

VAIHINGEN. Im Fall des im Dezember vergangenen Jahres ermordeten Vaihinger Krankenpflegers sucht die Polizei nach einem Osteuropäer. Sie kennt den Namen dieses Mannes, weiß aber nicht, wo er sich aufhält. Die Polizei vermutet, dass er sich der Verdächtige in sein Heimatland abgesetzt hat, welches Polizeisprecher Peter Wiedenhorn aus Stuttgart "aus ermittlungstaktischen Grünnden" nicht nennen wollte.

Wiedenhorn zufolge haben die Ermittler schon vor längerer Zeit Kontakt mit der Polizei dieses Land aufgenommen, jedoch keinen internationalen Haftbefehl beantragt. Der Tatverdacht ergab sich „aus kriminaltechnischen Untersuchungen“. In der Wohnung des ermordeten Krankenpflegers war die DNA mehrerer Personen gefunden worden. Der Tatverdächtige war zwar in der Vergangenheit schon einmal in Erscheinung getreten, den Auskünften der Ludwigsburger Polizei zufolge allerdings nicht als großes Kaliber zu bezeichnen. Alle DNA-Spuren sind auch fünf Monate nach der Tat noch nicht ausgewertet. Insgesamt verfolgte die Vaihinger Polizei bisher 165 Spuren. Hinweise kamen nur von zehn Zeugen, weshalb das Vorhaben der Polizei, die Lebensumstände des zurückgezogenen Opfers aufzuhellen, nur bedingt erfolgreich war.

Erfolglos verlief eine Fahndung im Ruhrgebiet. Schriftstücke in der Wohnung des Opfers hatten darauf hingedeutet, dass der 51-Jährige Kontakte in diese Region hatte. Der alleinstehende Mann stammte aus Berlin, lebte jedoch seit einigen Jahren in der Region. Der Pfleger arbeitete im Krankenhaus in Vaihingen und nebenbei für einen Pflegedienst im Enzkreis. Am 13. Dezember 2010 wurde der 51-Jährige tot in seiner Wohnung gefunden. Dort lag auch das Messer, mit dem ihm Schnittverletzungen am Hals zugefügt worden waren. Eine blutverschmierte Hose des Opfers wurde später in einer Mülltonne am Vaihinger Bahnhof gefunden. rks