nach oben
27.12.2010

Vereinsheimeinbruch: Mehr Schaden als Beute

KNITTLINGEN/ENZKREIS. Der Sachschaden, der bei Einbrüchen in Vereinsheimen entsteht, ist oft größer, als der Wert dessen, was gestohlen wird. Nach Vorfällen in Hohenklingen und Iptingen ist die Polizei wachsam.

Bier, Sekt, Jägermeister und Toilettenpapier – der oder die Unbekannten, die ins Vereinsheim des TV Hohenklingen eingebrochen sind, haben zwar nur Diebesgut im Wert von rund 500 Euro gestohlen, aber der Verein muss nicht nur das verschmerzen. Aufgebrochene Türen müssten wieder instand gesetzt werden, sagte Vorsitzender Lutz Neumann. Zudem werde man sich im rund 550 Mitglieder zählenden Verein Gedanken über eine bessere Absicherung des Gebäudes im Gewerbegebiet Köbler machen müssen.

Wenig Werte, viele Umstände

Am Vorabend des Heiligabend entdeckte Vorstandsmitglied Frank Stelzenmüller den Einbruch, als er im Vereinsheim nach dem Rechten sehen wollte. Den Angaben der Polizei zufolge dürfte(n) der oder die Täter erst kurz zuvor im Gebäude gewesen sein (die PZ berichtete). Neben Alkohol und Klopapier wurde aus den Gemeinschafts- und Vereinsräumen eine Geldkassette gestohlen. Obwohl Neumann den Einbruch nach eigenem Bekunden relativ gelassen sieht, seien die damit verbundenen Reparaturmaßnahmen ärgerlich. Gerade weil es in einem Vereinsheim wenig zu holen gäbe. Diesen Aspekt kennt auch Polizeisprecher Wolfgang Schick zur Genüge, wenn es um Einbrüche in unbeobachtete Objekte wie Gartenhäuser oder Vereinsheime geht. Oft sei der Sachschaden höher als die Beute, fasst Schick zusammen. Obwohl es am Wochenende außer der Straftat in Hohenklingen und dem missglückten Einbruch ins Vereinsheim des SV Iptingen (die PZ berichtete) keine weiteren Vorfälle gegeben habe, hätten Polizeistreifen gerade jetzt ein waches Auge auf die oft abgelegenen Vereinsräumlichkeiten in der Region. Ein Zusammenhang der beiden Taten werde derzeit nicht ausgeschlossen, so Schick.

Vereinsheime waren schon öfter Ziele von Einbrüchen. 2008 wurde ein Serieneinbrecher gefasst, nachdem die Polizei in über 1000 Einsatzstunden eine umfangreiche Überwachung im Enzkreis gestartet hatte. Insgesamt 14 Vereinsheimeinbrüche in Keltern und Birkenfeld hatte die Polizei innerhalb weniger Wochen registriert. Die angerichteten Schäden wurden auf 24 500 Euro, die gesamte Beute auf lediglich 2500 Euro geschätzt. Die Falle der Ermittler schnappte damals zu, als ein 23-jähriger Pforzheimer ins Clubhaus der Tennisfreunde Gräfenhausen einsteigen wollte. Nach der Festnahme kamen die Beamten auch einem 20-jährigen Mittäter aus dem Bereich Keltern auf die Spur. Beide Verdächtigen räumten die Taten damals ein. Ihre Masche war zerstörungsintensiv. Fenster oder Türen wurden mit Stemmeisen aufgebrochen. Die notwendigen Reparaturen belasteten die Vereinskassen.

Hinweise auf die aktuellen Taten nimmt das Polizeirevier Mühlacker telefonisch unter (0 70 41) 9 69 30 entgegen.