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© Symbolbild: dpa
11.03.2015

Vertuschungsaktion: Überfall auf Mühlacker Spielcasino fingiert

Mühlacker. Fein ausgedacht, aber am Ende nicht clever genug – zwei Mitarbeiter eines Spielcasinos an der Hindenburgstraße in Mühlacker haben am vergangenen Donnerstag kurz nach Mitternacht einen Überfall vorgetäuscht. Der vermeintliche Griff in die Kasse von zwei unbekannten Kapuzenshirt-Trägern entpuppte sich nach den Ermittlungen des Kriminalkommissariats Pforzheim als Vertuschungsaktion.

Durch Kriminialbeamten konnten jetzt Licht ins Dunkel um einen merkwürdigen Überfall bringen. Gegen Mitternacht sollte, so die damaligen Aussagen der Spielcasino-Mitarbeiter, ein 38-jähriger Angestellter den Müll weggetragen haben, während sein 52-jähriger Bekannter an der Türe auf seine Rückkehr wartete. Unterdessen soll ein Mann die Spielothek betreten und den Wartenden beiseite gestoßen haben, so dass dieser zu Boden fiel. Während der angebliche Angreifer die Schränke durchsucht habe, soll sein Komplize an der Türe Schmiere gestanden haben.

Schon damals hatte PZ-news bei der Polizei nachgefragt. Ob und wie der 52-Jährige bedroht wurde und wann der 38-Jährige zurückkam und ob er etwas bemerkt hat, konnte am Tattag niemand sagen. Inzwischen ist das alles geklärt, denn der Überfall war von zwei Spielcasino-Mitarbeitern inszeniert worden, um Fehlbestände in der Abrechnung zu vertuschen. Einer der Beteiligten hatte über einen Zeitraum von mehreren Wochen Bargeld aus der Kasse entnommen. Damit dem Casinobetreiber der Fehlbetrag im vierstelligen Bereich nicht auffällt, plante er mit einem weiteren Mitarbeiter des Casinos den fingierten Überfall. Dabei trat er selbst als Räuber auf, während sein Mitwisser als Opfer agierte.

Tatsächlich wurde bei dem angeblichen Überfall lediglich eine leere Geldkassette geraubt. Die beiden Männer haben zwischenzeitlich Geständnisse abgelegt. Es erwartet sie nun ein Strafverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat.