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Tagelang waren Bauhof und Feuerwehr nach dem verheerenden Starkregen im Juni 2016 in Ölbronn-Dürrn im Einsatz, um die Folgen der Flut zu beseitigen.  Lutz/PZ-Archiv
Tagelang waren Bauhof und Feuerwehr nach dem verheerenden Starkregen im Juni 2016 in Ölbronn-Dürrn im Einsatz, um die Folgen der Flut zu beseitigen. Lutz/PZ-Archiv
12.10.2018

Vorerst keine Mittel? Hochwasserschutz steht plötzlich auf dem Prüfstand

Ölbronn-Dürrn. Die Bürger in Ölbronn-Dürrn müssen wohl noch lange auf Maßnahmen warten. Denn die Gemeinde kann sich viele Investitionen derzeit nicht leisten.

Welche Großprojekte wird Ölbronn-Dürrn in den kommenden Jahren realisieren können? Welche Maßnahmen wird man verschieben oder womöglich ganz streichen müssen? Es sind Fragen wie diese, die insbesondere die Mitglieder der Verwaltung und des Gemeinderats derzeit umtreiben.

Dass es die Finanzsituation nicht zulässt, alles zeitnah umzusetzen, das man sich vorgenommen hat, hatte die PZ bereits vor wenigen Wochen berichtet. Nun jedoch rückt überraschenderweise ein Themenfeld in den Fokus, über dessen Bedeutung bislang Einigkeit herrschte: Der Hochwasserschutz.

Marcel Jäger (Freie Wählervereinigung) stellte die Frage in den Raum, ob die angedachten Maßnahmen überhaupt einen Nutzen hätten: „Man kann sich im Leben nicht gegen alles schützen“, sagte Jäger und löste damit eine Debatte aus. Dies kam gerade auch unter dem Aspekt überraschend, da nicht zuletzt durch den verheerenden Starkregen im Juni 2016 das Thema in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert genießt und sich viele Bürger fragen, weshalb nicht schon längst Maßnahmen umgesetzt worden sind.

Bürgermeister Norbert Holme erläuterte in diesem Zusammenhang erneut, wie komplex die Angelegenheit sei und wie schwer sich die Gemeinde tue, an Fördermittel zu kommen. Ohne diese, da ist man sich einig, wird die Kommune die Kosten in Millionenhöhe allerdings erst recht nicht stemmen können.

Wolfgang Scheibe (Aktive Bürger) plädierte dafür, den Hochwasserschutz keineswegs zu streichen, aber zumindest die Prioritätenliste zu überdenken: „Ziel muss es sein, das Wasser weg vom Ort zu bekommen.“ Auch sein Fraktionskollege Hans-Dieter Deuß machte sich dafür stark, dass die Planungen in jedem Falle weitergeführt werden – da man ansonsten niemals mit Fördermitteln rechnen könne.

Am Ende der Diskussion zeichnete sich schließlich ein Kompromiss ab, der allerdings im Verlaufe der anstehenden Haushaltsberatungen nochmals konkretisiert werden muss. Sprich: Wie es konkret weitergeht, ist derzeit noch offen. Da mit Baumaßnahmen im Jahr 2019 hinsichtlich des Hochwasserschutzes allerdings ohnehin nicht gerechnet werden kann, will man hierfür auch keine Mittel bereitstellen.

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Faelchle
14.10.2018
Vorerst keine Mittel? Hochwasserschutz steht plötzlich auf dem Prüfstand

Für diese Wassermassen, die im Jahr 2016 auf diesen Ort niedergingen, gibt es keinen Schutz, das ist gänzlich unmöglich, es sei denn man baut einen Schutz in der Größe der Schwarzenbach-Talsperre. mehr...

ROSAROT
14.10.2018
Vorerst keine Mittel? Hochwasserschutz steht plötzlich auf dem Prüfstand

Wie Sie das alles als Laie so wissen ???? Es gibt sehr wohl Fachplaner, die auf dieses Thema spezialisiert sind. Und es gibt Modellrechnungen, welche die Auswirkungen der jeweiligen Hochwasserstände klar zeigen. Ich hoffe daß sowas auch in Ölbronn-Dürrn gemacht wurde, denn nur so kann dieses Thema auch ganz rational betrachtet werden. Und dann müssen die Gemeinderäte halt abwägen, was ihnen wichtiger ist. Und diese Entscheidung aber auch vor den Einwohnern ihres Ortes begründen. Denn ...... mehr...

Demagoga
14.10.2018
Vorerst keine Mittel? Hochwasserschutz steht plötzlich auf dem Prüfstand

ist halt sauteuer ... und man kann nicht sagen, wo der Regen runtergeht. Vielleicht mal mit den Bauern im Umkreis reden ... von wegen Monokulturen ......... mehr...

Faelchle
14.10.2018
Vorerst keine Mittel? Hochwasserschutz steht plötzlich auf dem Prüfstand

@ Rosarot Da ich über den Kraichgau durch diese Gegend des Öfteren radle, sah ich damals das Ausmaß diesen Sturzregens. Unmengen Wasser schossen vom Süden, dem Fuße des Stromberges sowie vom Weinberg, etwas westlich, die Straßen herab ins Tal, gleichzeitig kamen riesige Wassermengen vom Westen /Neulingen) in das Tal geschossen und setzten ein Haus bis zum 2. Stock unter Wasser. Um solche Mengen von Wasser aufzuhalten müssten man einen 5 km langen Staudamm , der sich von Ost nach West ...... mehr...