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Schonende Forstwirtschaft: Waldarbeiter Uwe Eitel setzt seine Nutztiere ein.
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Knittlinger Gemeinderäte und Bürger trafen sich am Dienstagabend zur Begehung des Schillingswalds. Dabei wurde schnell deutlich: Dieses Jahr sollte es möglichst mehr regnen als 2018. Jähne

Waldbegehung treibt einigen Stadträten Sorgenfalten ins Gesicht

Knittlingen. Experten informieren die Knittlinger Stadträte über den Zustand des Forsts. Die Trockenheit und Pilzerkrankungen setzen den Bäumen stark zu.

Der Wald leidet am Klimawandel. Wenn es für diese Aussage noch eines Beweises bedurfte, so wurde er am Dienstagabend erbracht, als der Knittlinger Gemeinderat zu seiner traditionell einmal im Jahr stattfindenden Expedition ins heimische Gehölz aufbrach. Revierleiter Ulrich Klotz und Forstamtsleiter Frieder Kurtz informierten das Gremium über den Zustand des Waldes – und so manchem Stadtrat trieb es die Sorgenfalten ins Gesicht.

Unter der Führung der Forstexperten ging es in den Schillingswald, wo sichtbar wurde, wie sich vor allem der fehlende Niederschlag auf das Wachstum der Pflanzen auswirkt. „Der Klimawandel spielt hier eindeutig mit rein“, machte Kurtz den Anwesenden klar. Allerdings gebe es robuste und weniger robuste Baumarten. Ein besonderes Augenmerk gilt derzeit der Fichte, zumal in Kürze auch der Borkenkäferbefall einsetzen werde, so der Forstamtsleiter. Kurtz schätzt das Ausmaß auf bis zu 400 Bäume bis August, wenngleich diese Baumart sehr schnell wieder nachwachse.

„Im vergangenen Jahr mussten wir allerdings 1233 Festmeter Käferholz einschlagen“, ergänzte Klotz. In punkto Pilzerkrankungen seien es 35 Festmeter gewesen. Und auch bei Stürmen würden die Fichten stets als Erstes umknicken. Klotz riet daher zum rechtzeitigen Ernten, also Abholzen der bedrohten Bestände.

Buchstäblich besser stehen die Douglasien und die Lärchen da – wobei auch diese Baumarten schon ihre Schwächeerscheinungen für Borkenkäfer, Wind und Wetter aufwiesen, erläuterte Klotz. Speierling und Nussbaum seien hingegen recht „klimatolerant“.

Die Aufzucht eines Mischwaldes sei generell erstrebenswert, um die Schäden nach einem Jahr wie 2018 gering zu halten. Die damals über Monate vorherrschende Trockenheit – gepaart mit enormer Hitze – ließ den Wald stark leiden. Und die bislang nicht ausreichenden Niederschläge im Herbst, Winter und dem bisherigen Frühling tun ihr Übriges, um die Verantwortlichen sorgenvoll in Richtung des kommenden Sommers blicken zu lassen.

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