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Was für Menschen in den vergangenen Wochen teils unangenehm war, gilt 

noch lange nicht für Weintrauben. Der heiße Frühsommer und der feuchte 

August haben den Früchten noch nicht zugesetzt.
Trauben brauchen jetzt noch Sonne © Fuchs
18.08.2010

Wein: Spitzenjahrgang 2010 braucht noch Sonne

MÜHLACKER/KNITTLINGEN. Was für Menschen in den vergangenen Wochen teils unangenehm war, gilt noch lange nicht für Weintrauben. Der heiße Frühsommer und der feuchte August haben den Früchten noch nicht zugesetzt.

Ein guter Jahrgangswein hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von klimatischen Bedingungen, wie Hitze, Niederschlag oder Regenintensität. Diese Umstände beeinflussen maßgeblich, ob beispielsweise der gefürchtete Botrytis-Pilz an den Reben überhand nehmen kann. Der Pilz bevorzugt ein feuchtes Klima. Ein Blick aus dem Fenster hat genau das in den vergangenen Wochen immer wieder gezeigt: Viel Regen, kaum Sonne. Ist ein Spitzenjahrgang 2010 somit in Gefahr?

„Keineswegs“ sagt Winzermeister Johannes Häge aus Schützingen. Was dem ein oder anderen möglicherweise dieser Tage zusetzte, gelte nicht für die Weinbergfrüchte, denn nach den trockenen Wochen im Juni und Juli habe eine enorme Wassermenge im August, während der Wuchszeit, die Traube rund und prall gemacht. Demnach ein guter Grundstein für einen Spitzenjahrgang 2010, vorausgesetzt der große Regen findet langsam ein Ende.
Reben entlauben

Frank Jaggy, Besitzer des Weinguts Jaggy in Ötisheim erklärt, dass bei den derzeitigen Wetterbedingungen vor allem die Reben entlaubt und Traubenhenkel um das untere Drittel reduziert werden müssen. Andernfalls könnten die Trauben nicht richtig trocknen – eine optimale Begünstigung für den Botrytis-Pilz, der einen großen Prozentsatz einer Ernte zerstören könnte.

„Da der Behang in diesem Jahr nicht so stark ist, könnte der Wein wieder eine besonders gute Qualität erreichen,“ erklärt Karl Schweickert, Vorstandsmitglied der Weingärtnergenossenschaft in Knittlingen. Bleibt also zu hoffen, dass es einen lauen Spätsommer gibt, damit die Trauben noch ordentlich Oechsle bilden können und einem Qualitätstropfen nichts mehr im Weg steht.