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In einem Gebüsch in Ötisheim wurde der zweite Drogentote innerhalb weniger Tage gefunden. Foto: dpa
spritze © dpa
12.07.2011

Weiterer Drogentoter im Gebüsch gefunden

ÖTISHEIM/PFORZHEIM. Vor einigen Tagen hat die Polizei einen weiteren Drogentoten in einem Gebüsch nahe des S-Bahnhofs Ötisheim gefunden. Der Bruder des 27-Jährigen meldete ihn bereits am 29. Juni als vermisst, nachdem er seinen drogenabhängigen Bruder am Morgen letztmals in einer Arztpraxis gesehen hatte, um sich Methadon zu beschaffen.

Todesursache, so Polizeisprecher Frank Otruba, sei aller Vermutung nach ein übermäßiger Konsum des Drogenersatzstoffes. Der Tote habe sich eine Überdosis gespritzt anstatt ihn zu trinken. Zusätzlich waren neben der fast leeren Flasche Methadon noch zwei 25-Mililiter-Fläschchen des Medikaments Diazepam beim Leichnam gefunden worden.

Das Psychopharmakum Diazepam wird gegen Angstzustände oder als Schlafmittel eingesetzt. Nach medizinischen Erkenntnissen kann eine Überdosierung zu Atem- und Herzkreislaufstillstand führen. Ein Cocktail aus Methadon und Diazepam ende oft tödlich. Der vorläufige Obduktionsbericht schließe eine Fremdeinwirkung als Todesursache aus und bestätige damit, dass der 27-Jährige an einer Überdosis gestorben sei, so Otruba. Zwar stehe das chemisch toxikologische Ergebnis noch aus, doch erwarte sich die Polizei keine neuen Ergebnisse davon.

Auch am 6. Juli war in Pforzheim oberhalb der Gustav-Rau-Straße ein 33-jähriger Drogenabhängiger von zwei Kindern in einem Gebüsch entdeckt worden. Auch er war einer Überdosis Methadon erlegen. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Todesfällen, der über die Teilnahme an einem Methadonprogramm hinaus gehe, bestehe jedoch nicht, so Otruba. ila