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In früheren Jahren war das Straßenfest in Ötisheim ein Anziehungspunkt. Wie gut die abgespeckte Version mitten in den Sommerferien angenommen wird, ist noch völlig offen.
In früheren Jahren war das Straßenfest in Ötisheim ein Anziehungspunkt. Wie gut die abgespeckte Version mitten in den Sommerferien angenommen wird, ist noch völlig offen. © PZ-Archiv
21.06.2011

Wenige Klubs aus Aize bieten Ferienfest an

ÖTISHEIM. Trotz der Absage des Ötisheimer Fleckenfests soll es 2011 in Aize eine Feier der Vereine geben. Laut Terminplan der Gemeinde steht am 20. August ein „Straßenfest“ an.

Die Band „Holztrio“ kündigt für diesen Samstagabend an derselben Stelle einen Auftritt beim „Gewerbefest“ in Ötisheim an. Selbst der Name ist also noch nicht ganz klar. Von Veranstalterseite ist von einem „Dorffest“ die Rede.

Als aus dem Straßenfest alter Prägung nach rund 30 Jahren 2009 erstmals ein „Fleckenfest“ wurde, ging nicht nur die Zahl der Vereine zurück, sondern auch die Ausdehnung wurde kleiner. Nun geht der Konzentrationsprozess weiter. Nur noch sechs Vereine sorgen für eine erstmals eintägige Veranstaltung, die sich auf den Marktplatz beschränkt. So ist auch der Ratskeller unterhalb des Pfleghofs kein Festschauplatz mehr – und die Gemeinde als Veranstalter erstmals nicht mit im Boot. Als Vereine sind DLRG, „Jugendraum“, „Boule für alle“, die Tischtennisfreunde Ötisheim-Erlenbach, der Handels- und Gewerbeverein und der Motorradclub dabei, der zwei Wochen später – auch noch während der Schulfferien – zur „MC-Party“ einlädt.

Beim Dorffest 2011 nicht mit von der Partie sind beispielsweise der Musikverein und der Turn- und Sportverein. Der Musikverein hatte beim turnusmäßig alle zwei Jahre stattfindenden Fest gewöhnlich ein Zelt aufgebaut, was dieses Mal aus Platzgründen gar nicht möglich wäre. Dennoch sollen auch die Musiker zu jenen potenziellen Teilnehmern aus dem Ort gehört haben, die von einem hohen Aufwand ausgingen und fürchteten, dass der Ertrag diesen letztlich nicht rechtfertigen würde. Manfred Schulz, der Vorsitzende des TSV Ötisheim, sagt, dass sich eine Beteiligung seines Vereins nicht machen ließ, da Mitte August drei von vier Abteilungen in den Ferien sind. Auch bei den TSV-Fußballern habe das Fest nicht ins Konzept gepasst. „Mir tut es ein bisschen leid, dass wir nicht dabei sein können“, sagt Schulz. Fest-Einnahmen hätten dem Verein gut getan, umso mehr als aufgrund einer Platzerneuerung zusätzliche Kosten auftreten.

Auch wenn seine Einschätzung von der Realität überholt wurde, hält der TSV-Vorsitzende an dem fest, was er vor ein paar Monaten gesagt hatte. Ein Termin während der Sommerferien sei gar nicht schlecht, da man dadurch noch am ehesten ein Alleinstellungsmerkmal habe, meint Schulz. Erwin Ferkaluk, der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins lässt allerdings durchblicken, dass es auch für den August nicht war, ein Wochenende zu finden, an dem man nicht mit Festen in der Umgebung konkurriert. Er meint, dass sich zu viele Angebote zu stark ähneln. Aus seiner Sicht ist es einen Versuch wert, das Gesicht des großen Ötisheimer Vereinsfest wieder zu verändern. Im Hinblick auf den 20. August äußert er sich nicht euphorisch. Der Organisator gibt sich vielmehr realistisch. „Das wird ein Test. Sollte am Ende außer Spaß nichts gewesen sein, würde ich mich künftig wohl auch nicht mehr so stark engagieren.“

Dass Vereine in Ötisheim und anderswo zu Festen einladen, um die Finanzen aufzubessern, ist kein Geheimnis. Selbst wenn die Erwartungen nicht überzogen sind, werden sie nicht immer erfüllt – zum Beispiel wenn das Wetter nicht passt. Deshalb wäre es Ferkaluk wichtig, dass die Band eine „Regen-Klausel“ akzeptiert. Klar ist für ihn, dass bei einem solchen Fest nicht der ganze Gewinn an die Musiker gehen kann. Generell ist Ferkaluk daran gelegen, dass es gerecht zugeht. Deshalb sollen alle Einnahmen in einen Topf wandern und alle Vereine schließlich gleich viel bekommen.

Wie die Festtradition 2012 oder zu einem späteren Zeitpunkt weitergeführt wird, bleibt wohl noch länger offen. Dass die Ötisheimer einmal Interesse an einer Teilnahme am Straßenfest in Mühlacker bekunden, hält Ferkaluk allerdings für ausgeschlossen. Auch der frühere Hauptamtsleiter Rudolf Haller kann sich so etwas eigentlich nicht vorstellen.

Ebenso ist der TSV-Vorsitzende Schulz für solch eine Idee nicht spontan zu begeistern. In nächster Zeit glaubt er nicht an eine solche Annäherung, doch man wisse nie, was die Zukunft bringe.