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Zwei Männer erhielten Haftstrafen, weil sie sich der Festnahme durch die Polizei widersetzt hatten.
Handschellen © dpa
12.10.2010

Widerstand gegen Polizei bringt erneute Haftstrafe

MAULBRONN. Ein 29 Jahre alter und ein 23 Jahre alter Mann sind vom Amtsgericht Maulbronn zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie sich in Wiernsheim der Festnahme durch die Polizei widersetzt hatten. Der Ältere kam mit einer Bewährungsstrafe davon, obwohl er auch noch seine Ex-Freundin und ihren neuen Freund geschlagen hatte.

Die Männer, die wegen einer gemeinsam begangenen Straftat einsaßen, haben unabhängig voneinander Lockerungen im Vollzug dazu genutzt, der Haftanstalt den Rücken zu kehren. Beim Älteren spielte eine Rolle, dass er zu dieser Zeit erfuhr, dass seine Freundin, mit der er Kinder hat, inzwischen mit einem anderen liiert war. Anstatt zurück ins Gefängnis zu gehen, traf sich der 29-Jährige mit den beiden frisch Verliebten.

Im Rahmen einer abendlichen Aussprache auf dem Lomersheimer Häckselplatz stieß er die Frau zu Boden, ihrem neuen Partner verpasste er einen Faustschlag. Unterstützt von dem Kumpel, mit dem er nun gemeinsam vor dem Richter saß, begann er dann, die Familie des Rivalen per Telefon zu terrorisieren. Er soll gedroht haben, alle umzubringen.

Der Terror fand ein Ende, als die Polizei den 29-Jährigen in einer Wiernsheimer Wohnung aufspürte. Allerdings ging die Festnahme dort nicht reibungslos über die Bühne. Jedenfalls sahen sich die Beamten gezwungen, die Tür einzutreten.

Auch danach wollte sich der 29-Jährige keine Handschellen anlegen lassen. Insbesondere trat aber der andere flüchtige Häftling in Erscheinung, der einen Polizisten niederstreckte. Erst nachdem Verstärkung eintraf und eine Beamtin Pfefferspray versprühte, bekam die Polizei die Situation unter Kontrolle. Vor allem diesen Vorfall ahndete nun Bernd Lindner, der Direktor des Amtsgerichts Maulbronn.

Während er den Jüngeren, der sich ohnehin noch immer in Haft befindet, zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilte, hielt er im Fall des 29-Jährigen fünf Monate auf Bewährung sowie 120 Stunden gemeinnützige Arbeit für angemessen. Ausgerechnet diejenigen, die er bedroht hatte, baten den Richter um ein mildes Urteil. Die Angeklagten nahmen den Richterspruch umgehend an. Die Staatsanwaltschaft behielt sich vor, Berufung einzulegen.