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Viele Flüchtlinge strömen derzeit nach Deutschland (Symbolbild). In Maulbronn macht man sich Gedanken über die Unterbringung von Obdachlosen und Asylbewerbern. Foto: dpa-Archiv
Viele Flüchtlinge strömen derzeit nach Deutschland (Symbolbild). In Maulbronn macht man sich Gedanken über die Unterbringung von Obdachlosen und Asylbewerbern. Foto: dpa-Archiv
14.02.2013

Wohin mit den Asylbewerbern in Maulbronn?

Maulbronn. Maulbronner Gemeinderat verabschiedet den Haushalt. Diskussion um Obdachlosenunterkünfte.

Die Unterbringung von Obdachlosen und Asylbewerbern hat den Maulbronner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.Das Thema war im Rahmen der Haushaltsberatungen aufgegriffen worden. Der Haushalt für 2013 wurde nun einstimmig verabschiedet.

Vor dem Hintergrund steigender Asylbewerberzahlen, wird auch in Maulbronn damit gerechnet, dass in Zukunft mehr Unterbringungsmöglichkeiten gebraucht werden.

Mit der Frage, wo Asylbewerber und Obdachlose grundsätzlich in der Klostertstadt ihr Heim auf Zeit finden, will sich der Gemeinderat in naher Zukunft beschäftigen. Obdachlose unterzubringen bedeute heutzutage nicht mehr nur „Brückenschläfern“ ein Dach über dem Kopf zu bieten, so Bürgermeister Andreas Felchle. Immer öfter gehe es darum, finanziell in Not Geratenen zu helfen. Allerdings gelte es, diese Art der Obdachlosigkeit zeitlich zu begrenzen. „Sonst entwickelt sich ein lebenslanges soziales Mietwohnen.“

In der bestehenden Obdachlosen- und Asylbewerber-Unterkunft an der Schützinger Straße 7 wohnen derzeit zwölf Personen. Platz wäre dort und in einem leerstehenden Gebäude an der Hauptstraße in Schmie für weitere 14 Personen. Die Krux ist, dass das Dach des Gebäudes an der Schützinger Straße saniert werden muss. „Das muss sein, denn es regnet rein“, betonte Stadtbaumeister Karl Velte. Allerdings könnte das Dach erst in der wärmeren Jahreszeit abgedeckt, wärmegedämmt und wieder gedeckt werden, wie aus dem Bauamt zu erfahren war. Das notwendige Geld (21000 Euro) wurde nun zwar in den Haushalt eingestellt, endgültig entschieden werden soll über eine Sanierung aber erst, wenn der Gemeinderat sich grundsätzlich mit der weiteren Unterbringung von Asylbewerbern und Obdachlosen auseinandergesetzt hat.

Zur Diskussion steht in dieser Frage auch noch ein Gebäude an der Poststraße 4. Das müsste zwar saniert werden, böte dann aber etwa 40 Personen Platz – doppelt so vielen, wie derzeit an der Schützinger Straße untergebracht werden können. Diese Zahlen gelten allerdings nur mit den derzeit gültigen Quadratmeter-Richtwerten. Die Landesregierung plant, diese für Asylbewerber anzuheben. „Sollte dies umgesetzt werden, droht in Maulbronn und in allen Kommunen Baden-Württembergs ein Unterbringungsnotstand“, so die Verwaltung.