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Durch den strengen Frost zu Anfang des Jahres haben viele Reben erhebliche Schäden erlitten.
weinschäden © dpa-Archiv
20.05.2011

Zu trocken: Winzer erwarten wieder wenig Wein

ILLINGEN/STERNENFELS. Die Winzer in der Region warten seit Wochen auf Regen. Durch die anhaltende Trockenheit und Frostschäden zu Anfang des Jahres dürfte die Ernte auch in diesem Jahr eher mäßig ausfallen.

Noch ist es zu früh im Jahr als dass Dorothea Zaiss vom gleichnamigen Weingut in Schützingen über die Qualität des Weinjahrgangs eine Prognose wagen würde. Aber eines weiß sie schon genau: „Es wird wenig Wein geben.“ Schwarz sind viele der Triebe. Daran ist der Frost schuld. Gewütet hat er Ende April nur eine Nacht lang, wenige Grad war es zu kalt. Nicht jede Region war betroffen, aber in Horrheim oder Schützingen zeigten 30 bis 40 Prozent der Reben Frostschäden, sagt Dorothea Zaiss. Bereits das vergangene Jahr war eines mit weniger Erträgen.

Das ungünstige Wetter führte damals zu Fäulnisproblemen. Die baden-württembergischen Winzer erzeugten 2010 insgesamt 1,77 Millionen Hektoliter Wein. Ein von der Menge vergleichbar kleines Weinangebot aus heimischer Erzeugung gab es nach Angaben des Statistische Landesamts letztmals 1995. Nach dem Frost kam dieses Jahr die Trockenheit. Auch die stellt die Weinbauern vor eine Herausforderung. Hauptsächlich die jungen Rebstöcke werden bereits bewässert, erklärt Dorothea Zaiss. „Wir warten dringend auf Regen.“

Den sehnt auch Christian Häußermann herbei. Anders als in Schützingen oder den Teilen Württembergs, wo bis zu 80 Prozent der Triebe frostgeschädigt sind, hat die Kälte in Diefenbach lange nicht so stark zugeschlagen. Auf fünf Prozent schätzt Häußermann die frostbedingten Ausfälle. „Wir haben Glück gehabt“, sagt der Inhaber des Weinguts Häußermann. Wenn Trockenheit und Hagelschäden ausbleiben „steuern wir auf ein tolles Weinjahr zu“. nad