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© Symbolbild: Seibel
21.09.2016

16-jähriger syrischer Flüchtling plante Sprengstoffanschlag

Köln. Ein in Köln festgenommener syrischer Kriegsflüchtling soll nach Erkenntnissen der Polizei einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Der 16-Jährige habe in Internet-Chats seine «unmissverständliche Bereitschaft» geäußert, einen solchen Anschlag zu begehen.

Das sagte Klaus-Stephan Becker, Direktionsleiter Kriminalität bei der Kölner Polizei, bei einer Pressekonferenz. Von einem Chatpartner im Ausland habe er «ganz konkrete Anweisungen» zum Bau einer Bombe erhalten.

Es gibt allerdings bisher keine Hinweise darauf, dass sich der 16-Jährige bereits mit Materialien dafür versorgt hatte. Ein konkretes Anschlagsziel sei auch nicht bekannt, sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies. Die Tat stand also keineswegs unmittelbar bevor.

Gleichwohl bestehe der «dringende Tatverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat», sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Jakob Klaas. Der 16-Jährige stand demnach in intensivem Kontakt zu einem im Ausland lebenden Chatpartner mit IS-Bezügen. Zur islamistischen Szene in Deutschland hatte er dagegen nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Kontakt. Der entscheidende Hinweis auf den 16-Jährigen kam aus Kreisen der Ditib-Moschee im Kölner Stadtteil Porz.

Der Chatpartner soll den jungen Syrer mit Anleitungen zum Bau von Sprengvorrichtungen versorgt haben. Die beiden hätten sich auch darüber ausgetauscht, wo sie platziert werden sollten, um eine besonders große Wirkung zu erzielen.

Der Jugendliche war gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester vor dem Krieg in Syrien geflohen und am 4. Januar 2015 in Dülmen im Münsterland erfasst worden. Die Familie kam dann in eine Flüchtlingsunterkunft in Köln.

Dort wurde der 16-Jährige im Juni dieses Jahres erstmals von der Polizei überprüft, weil er sich auffällig verändert haben sollte. Es seien damals aber nur wenige Bilder mit Bezug zum IS auf seinem Handy entdeckt worden, sagte Mathies. Am 2. September folgte die nächste Überprüfung, und nach einem weiteren Hinweis wurde der Jugendliche an diesem Dienstag in einer als Flüchtlingsunterkunft genutzten Turnhalle von einem Polizei-SEK festgenommen.

Diesmal fanden die Ermittler Belege für eine viel weitergehende Radikalisierung. Becker sprach in diesem Zusammenhang von einer «Turbo-Radikalisierung». Mathies sagte: «Hier hat sich ein Verhalten innerhalb von drei Monaten ganz deutlich verändert.» Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl beantragt.

Die Ermittlungen stünden erst am Anfang, betonten Polizei und Staatsanwaltschaft. Es gehe jetzt unter anderem darum, die Hintermänner zu identifizieren. Bisher habe man nur einen Chatpartner festgestellt. Eine Zuständigkeit des Generalbundesanwalts wird geprüft.   

Am Montag ist ein 24 Jahre alter Syrer, der ein Zimmer in einer Containersiedlung für Flüchtlinge in Rutesheim bezogen hat, festgenommen worden. Er soll vor seiner Flucht nach Deutschland für die Al-Kaida-nahen Terroristen von Dschabhat al-Nusra gekämpft haben. „Hinweise auf mögliche Anschlagspläne in Deutschland gab es zu keiner Zeit“, betonten die Ermittler am Montag im Gegensatz zum Kölner Fall. Immerhin besaß der Syrer aus Rutesheim einschlägiges terroristisches Propagandamaterial auf einem USB-Stick.

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