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02.03.2010

26-jähriger Arbeitsloser gesteht drei Banküberfälle

PFORZHEIM/ENZKREIS. Aufgeklärt scheinen die insgesamt drei Überfälle auf Sparkassenfilialen in Büchenbronn und Salmbach sowie auf vier Spielotheken in Pforzheim. Ein 26-jähriger Mann aus Pforzheim sitzt seit Dienstag in U-Haft.

Bildergalerie: Banküberfall und Ringfahndung in Büchenbronn

Am Montag hat die Ermittlungsgruppe „Banken“ einen 26-jährigen Mann in seiner Wohnung in Pforzheim festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen gestand er, die Sparkassen-Geschäftststellen in Büchenbronn (25. September 2009) und Salmbach (3. Dezember und 14. Januar) überfallen und einen fünfstelligen Betrag erbeutet zu haben. Am Dienstagvormittag gab er überdies zu, zuvor vier Spielotheken – zwei auf der Wilferdinger Höhe und eine an der Eutinger Straße, die aber gleich zweimal – überfallen zu haben.

Bildergalerie: Raubüberfall auf Salmbacher Sparkasse

„Der Mann wirkte nach dem Geständnis erleichtert“, sagt Kriminalhauptkommissar Michael Stöhr bei der eilig einberufenen Pressekonferenz. Am Dienstag um 14 Uhr erließ der Haftrichter am Amtsgericht Haftbefehl wegen mehrerer Fälle der schweren räuberischen Erpressung mit einer „Anscheinwaffe“, also einer – wahrscheinlich ungeladenen – Schreckschusspistole.

Die fand man in seinem abgemeldeten und auf einem Parkplatz in Dillweißenstein abgestellten alten roten Mercedes. Den hatten Zeugen kurz vor dem zweiten Überfall in Salmbach in der Nähe des Tatorts gesehen. Ein Puzzlesteinchen kam zum anderen.

Sparkassenchef erleichtert

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen Facharbeiter, der Ende 2008 nach der Pleite seines Arbeitgebers seinen Job verloren hatte. In der Wohnung, so Stöhr, habe man unzählige Bewerbungen gefunden. Stöhr: „Der hätte alles angenommen.“ Und es plagten ihn erhebliche finanzielle Probleme, offensichtlich eine hohe fünfstellige Summe.

Sowohl Oberstaatsanwalt Christoph Reichert als auch Sparkassendirektor Herbert Müller dankten der Kriminalinspektion 1 unter Leitung des bald in den Ruhestand ausscheidenden Leiters Hans Jäger für die akribische Arbeit. Auch Müller ist heilfroh, dass ein Teil der Serie aufgeklärt zu sein scheint – zwei Überfälle auf Sparkassenfilialen im Famila Ost (14. Februar, 11. Dezember 2009) sind noch offen – und atmet auf: „Unter den Angestellten in den Geschäftsstellen machte sich eine zunehmende Beunruhigung breit“, sagt er.

Es half eben nur ein bisschen, dass Polizeichef Burkhard Metzger die Sparkassen-Mitarbeiter Ende Januar durch die Direktion führte und über richtiges Verhalten im Ernstfall schulte – was in diesem Monat auch für die Volksbank und andere Kreditinstitute geplant ist. Die Sparkasse hatte eine Belohnung von 10.000 Euro ausgelobt.

Die geschilderten Taten sind strafbar als Fälle der schweren räuberischen Erpressung. Für jeden einzelnen dieser Fälle sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von drei Jahren Freiheitsstrafe vor. Im Falle der Verurteilung ist eine Gesamtstrafe zu bilden.

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