nach oben
19.01.2013

50 Jahre nach Baby-Entführung: Mutter sieht totgeglaubte Tochter

Madrid (dpa) - Nach knapp 50 Jahren haben sich in Spanien eine Mutter und ihre als Baby entführte Tochter erstmals wiedergesehen. Die lang ersehnte Begegnung am Samstag in Turia in der Provinz Valencia war der Arbeit der Polizei zu verdanken.

Diese hatte die Ermittlungen im Oktober 2011 aufgenommen, nachdem die Tochter in den Medien Berichte über entführte Babys gesehen und aus zunächst nicht genannten Gründen Verdacht geschöpft hatte.

Nach einer Untersuchung in alten Archiven habe man eine Liste mit rund 200 Frauen erstellt, die als Mutter in Frage gekommen seien, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Danach habe man diese Frauen ausfindig gemacht und ausführlich befragt, bevor die biologische Mutter mit Hilfe einer DNA-Analyse zweifelsfrei identifiziert habe.

Sie sei ob der Nachricht sehr überrascht gewesen, wurde die Mutter am Samstag von der Polizei zitiert. Bei der Geburt im Jahr 1964 war ihr erzählt worden, ihr Baby sei gestorben. Sie hatte deshalb bis vor wenigen Tagen keine Ahnung von der Existenz dieser Tochter. Wie die Polizei mitteilte, werden die Ermittlungen mit der Fahndung nach den Verantwortlichen für die Entführung fortgesetzt.