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Marsch, marsch zum DNA-Test: 500 Mann aus der Bundeswehrkaserne in Bückeburg sind aufgefordert, sich einer DNA-Probe zu stellen, weil auf dem Kasernengelände eine Soldatin brutal vergewaltigt worden ist.
Marsch, marsch zum DNA-Test: 500 Mann aus der Bundeswehrkaserne in Bückeburg sind aufgefordert, sich einer DNA-Probe zu stellen, weil auf dem Kasernengelände eine Soldatin brutal vergewaltigt worden ist. © dpa
22.11.2012

500 Soldaten sollen nach Vergewaltigung DNA-Proben abgeben

Nach der Vergewaltigung einer Soldatin in einer Bückeburger Kaserne sollen 500 Bundeswehrangehörige freiwillig DNA-Proben abgeben. Zu der Untersuchung wurde das gesamte männliche Stammpersonal der Kaserne aufgerufen, teilte die Staatsanwaltschaft Bückeburg am Donnerstag mit.

Die Soldatin war am 12. August dieses Jahres in dem gesicherten Bundeswehrgebäude von einem Unbekannten vergewaltigt und anschließend gefesselt und geknebelt in einen Spind gesperrt worden. Am Tatort fanden die Ermittler DNA-Spuren von einem einzelnen Mann, die sie dem Täter zurechnen.

Frauen haben seit elf Jahren Zugang zu allen Truppengattungen bei der Bundeswehr. Im Schnitt kommt beim Bund auf zehn Männer eine Frau. Der Vorfall werde auch vom Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus verfolgt, sagte damals dessen Sprecher Sebastian Hille. «Glücklicherweise sind solche Fälle absolute Einzelfälle», betonte er. Dem widersprach jedoch der wissenschaftliche Direktor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr, Gerhard Kümmel. «In unserer Erhebung von 2008 haben fünf Prozent der Soldatinnen einen versuchten oder tatsächlichen sexuellen Gewaltakt gemeldet», sagte Kümmel der «taz». Kümmel erforscht die Öffnung der Bundeswehr für Frauen. dpa