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Mit Schwung macht die kleine Garde zu einem fetzigen Schlagermedley die Bühne unsicher, trainiert von Sina Kohtz und Melanie Wild. Foto: Roller
Findet die Worte nicht: Achim (links) und Florian Lamprecht versuchen, eine Büttenrede zu schreiben. Foto: Roller
Das Motto gibt das Prinzenpaar, Marina die Erste und Michael der Dritte, vor. Foto: Roller
10.02.2019

700 Gäste bei Prunksitzungen des Bilfinger Narrenbunds „Kakadu“

Kämpfelbach-Bilfingen. Ausnahmezustand in Bilfingen: Hexen, Piraten, Burlesque-Tänzerinnen, Gardemädchen, Büttenredner und Stimmungskanonen tun sich zusammen und verwandeln die Festhalle in ein Faschings-Eldorado. Zweimal bringen sie am Freitag und Samstag insgesamt 700 Gäste zum Klatschen, Schunkeln und Tanzen.

Bildergalerie: Prunksitzung des Narrenbunds "Kakadu" Bilfingen

Bei den Prunksitzungen des Narrenbunds „Kakadu“ bebt der Boden. Da muss Bürgermeister Udo Kleiner klein beigeben: „Was unser Prinzenpaar sagt, ist ab heute Gesetz.“ Und was sagen Marina die Erste und Michael der Dritte? „Die Kampagne läuft. Es ist so weit. Wir freuen uns auf eine tolle Zeit.“ Raus aus dem Alltagstrott sei angesagt, um „tolle Tage, tolle Nächte“ zu erleben. „Mit Humor und Schwung beginnen wir heut mit der Prunksitzung.“

Apropos Humor: Für den sind nicht nur Tim Wundschuh und Florian Lamprecht in ihren Ansagen zuständig, sondern auch Harald Wolf und Wolfgang Haberstroh in ihrem Sketch. Sie wagen das scheinbar Unmögliche: Einen Bilfinger und einen Ersinger lassen sie aufeinandertreffen, auf einer Bank an der Gemarkungsgrenze. Zuerst mögen sie sich nicht, werfen sich böse Sprüche an den Kopf: „Im Gegensatz zu einem Ersinger Hirn meldet sich der Magen, wenn er leer ist.“ Aber dann, ganz langsam, gehen sie aufeinander zu. Dem Schnaps sei Dank.

Wortgewaltige Nummern

Mit der Weltpolitik kennt sich dagegen Matthias Schucker aus. Egal ob Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten, explodierende Mietpreise oder der Dieselskandal: Ihm fällt in der Bütt zu allem etwas ein. Was man von Achim Lamprecht nicht gerade behaupten kann. Aber das gehört zur Nummer. Mit der Zeitung in der Hand sitzt er am Küchentisch und zerbricht sich mit Florian und Lisa Lamprecht den Kopf darüber, was er in seiner Büttenrede sagen könnte. Etwas über Beamte? Oder über Gemeindearbeiter?

Aber was sind schon Worte? Dass es auch ganz ohne geht, beweisen die Gardetänzerinnen. Die mittlere Prinzengarde legt zu Nena eine flotte Sohle aufs Parkett und entführt auch in die Welt der Piraten. Bei der großen Garde dreht sich zuerst alles um „Pur“, dann um Burlesque. Mit Schwung wirbelt Funkemariechen Mia Uhr über die Bühne, die Tänzerinnen der kleinen Garde zu einem fetzigen Schlagermedley.

Apropos Schlager: Wenn Marius Neumann mit Sonnenbrille und in Lederhosen die Bühne betritt, kocht der Saal. Wie der Sohn, so der Vater: Martin Neumann sorgt mit seiner Musik immer wieder für Stimmung bei den Gästen, die allen Mitwirkenden viel Beifall spenden und am Ende des mehr als dreistündigen Abends gerne mitsingen beim Kakadu-Lied.