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09.01.2012

ACE: Autofahrer müssen tiefer in die Tasche greifen

Stuttgart (dpa) - Autofahren ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Wie der Autoclub Europa (ACE) am Samstag in Stuttgart mitteilte, stiegen die Kosten für den Unterhalt von Pkw von 2005 bis 2010 um 41 Prozent stärker als die Kosten der allgemeinen Lebenshaltung. Besonders heftig drehen laut ACE Versicherer und Mineralölkonzerne an der Preisschraube.

Alleine die Kosten für die Kfz-Versicherung schossen laut ACE zwischen 2005 und 2010 um 18,2 Prozent nach oben. Fast doppelt so hoch wie der Anstieg der allgemeinen Verbraucherkosten fiel die Preissteigerung bei Kraftstoffen aus. Der sogenannte Kfz-Preisindex sei in dem Zeitraum um 11,6 Prozent gestiegen, während sich die Verbraucherpreise um 8,2 Prozent erhöht hätten. Die Nettolöhne der Arbeitnehmer in Deutschland sanken in dem Zeitraum im Schnitt um 1,2 Prozent, zitierte der ACE aus Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Auch Reparaturen, Inspektionen, Ersatzteile und Pflegemittel wurden in den vergangenen Jahren deutlich teurer, und zwar um mehr als 10 Prozent. Auch die Preise für Fahrschule und Führerscheingebühr kletterten zwischen 2005 und 2010 um rund 10 Prozent.

Die Preissteigerungen setzten sich im vergangenen Jahr fort. So war 2011 für Autofahrer in Deutschland das bisher teuerste Tankjahr, wie der ADAC zu Jahresbeginn mitgeteilt hatte. Vor allem Dieselfahrer mussten deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bereits 2010 waren die Spritpreise auf Rekordniveau geklettert. 2011 mussten die Verbraucher im bundesweiten Durchschnitt nach Berechnungen des Autoclubs für einen Liter Super E10 1,522 Euro auf den Tisch legen, 11,7 Cent mehr als noch 2010. Stärker ausgeprägt war der Aufwärtstrend beim Diesel. Der ADAC verzeichnete für den Selbstzünderkraftstoff ein Plus von 19,7 Cent auf 1,411 Euro.

Der ACE wies zudem auf die steigenden Ölpreise hin. 2011 habe der Dollar-Preis für die Ölsorte Brent einen Sprung um 41 Prozent gemacht und eine Rekordmarke von im Schnitt 111 Dollar pro Barrel erreicht. Die Gefahr einer weiteren Verteuerung von Mineralölprodukten sehe der ACE auch durch Spekulationen befeuert, die auf eine Schwächung des Euro abzielen

Der Autoclub befürchtet zudem eine Preisexplosion in Folge von Ölknappheit, falls der Streit zwischen Iran und den USA weiter eskalieren sollte. Dabei geht es um die Straße von Hormus im Persischen Golf, der Iran hat mit einer Blockade gedroht; die Straße gilt als weltweit wichtigste Ölhandelsroute.

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