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Der Wattkopf-Tunnel bei Ettlingen (Baden-Würtenberg) hat den diesjährigen ADAC-Tunneltest nicht bestanden. Dies teilt der Automobilclub am Mittwoch (28.04.2004) in München mit. Von 27 geprüften Tunnel erhielten nur neun die Bestnote.
Der Wattkopf-Tunnel bei Ettlingen (Baden-Würtenberg) hat den diesjährigen ADAC-Tunneltest nicht bestanden. Dies teilt der Automobilclub am Mittwoch (28.04.2004) in München mit. Von 27 geprüften Tunnel erhielten nur neun die Bestnote. © dpa
11.10.2012

ADAC: Europas Tunnel werden sicherer

München. Der ADAC guckt in die Röhre und sieht Positives: Sein Tunneltest lässt keinen durchfallen. Am sichersten ist der österreichische Tauerntunnel, nicht so gut weg kommt die Schweiz.

Die europäischen Tunnel werden nach Einschätzung des ADAC immer sicherer. Der Automobilclub untersuchte für seinen Tunneltest zehn Röhren in fünf Ländern und kam zu einem positiven Ergebnis. Keiner der Tunnel fiel durch, dagegen vergab der ADAC sechsmal die Note «gut» und zweimal ein «sehr gut». Die beiden deutschen Tunnel bekamen eine «gute» Bewertung. Der Allacher Tunnel bei München und der Wattkopftunnel bei Karlsruhe lagen damit im Soll der ADAC-Kriterien. Noch vor acht Jahren war der Wattkopftunnel mit einem «mangelhaft» durchgefallen.

Testsieger wurde der österreichische Tauerntunnel - vor allem wegen der 2011 neu eingeweihten zweiten Röhre. 1999, im Jahr des Brandes mit zwölf Toten und 42 Verletzten, hatte der ADAC die Verbindung auf der Autobahn Salzburg-Villach noch als «bedenklich» eingestuft.

Die untersuchten Tunnel in der Schweiz schnitten dagegen eher mäßig ab. Nur mit «ausreichend» bewerteten die Prüfer die fast 2,5 Kilometer lange Verbindung auf der Autobahn St.Margrethen-Bellinzona. Besonders gravierend seien fehlende zusätzliche Flucht- und Rettungswege - auch eine zweite Röhre sei nicht vorhanden. Zusätzlich erhielt auch der Tunnel Gubrist bei Zürich ein «ausreichend». Die 2001 eröffnete Unterführung «Schweizerhalle» dagegen schaffte ein «gut». Noch im März hatte ein Busunfall in einem Schweizer Tunnel 28 Menschen getötet, darunter 22 Kinder.

Alle drei italienischen Tunnel im Test - Dervio, Colle Capretto und San Pellegrino - passierten mit «gut». Der niederländische «Roer» darf sich sogar als «sehr gut» bezeichnen.

Die meisten trotzdem aufgetretenen Mängel verzeichnet der ADAC bei der Verkehrsüberwachung, den Flucht- und Rettungswegen sowie im Brandschutz. In jedem zweiten Tunnel fehlten zudem Pannenbuchten oder Seitenstreifen genauso wie Lautsprecher an den Notausgängen.

Trotz der insgesamt guten Werte: Der Tunneltest beruht lediglich auf Stichproben und ist nicht repräsentativ. Es bestätige sich aber die Tendenz, dass Europas Tunnel immer sicherer werden, teilte der ADAC mit.