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Die Fingerabdrücke brachten Gewissheit: Ein im Rhein gefundener Unterarm gehört einem 33-Jährigen aus Duisburg. Der Rocker ist tot, sind die Ermittler überzeugt. Sein Arm wurde demnach erst nach dem Tod abgetrennt - gezielt, nicht etwa durch eine Schiffsschraube.
Abgetrennter Arm von Hells-Angels-Rocker gefunden © Symbolbild: dpa
14.02.2014

Abgetrennter Arm von Hells-Angels-Rocker gefunden

Duisburg. Grausige Gewissheit: Der von einem Angler im Rhein entdeckte Unterarm ist von der Leiche des Hells-Angels-Rockers Kai M. abgetrennt worden. Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag, zehn Tage nach dem Fund bei Duisburg.

Es sei davon auszugehen, dass der 33-Jährige getötet und danach sein rechter Unterarm gezielt abgetrennt wurde. Er sei komplett tätowiert, unter anderem mit der «81», der für die Anfangsbuchstaben der Hells Angels stehenden Zahl.

Der Rest der Leiche wurde trotz intensiver Suche bisher nicht gefunden. Das Opfer konnte aber anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert werden, wie ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft sagte. Zu einem Medienbericht, wonach neben dem Duisburger noch weitere Rocker verschwunden seien, sagte Staatsanwalt Garip Günes-Böhm: «Dafür haben wir überhaupt keine Hinweise.» Auch zu den möglichen Hintergründen der Tat äußerten sich die Ermittler nicht.

Duisburg gilt als Zentrum der Revierkämpfe der rivalisierenden Rockergruppen Hells Angels, Bandidos und Satudarah. Immer wieder kam es dort in den vergangenen Jahren zu Gewaltausbrüchen. In der Ruhrgebietsstadt gibt es ein großes Rotlichtviertel, in dem Hells Angels und Bandidos als Security-Personal und Wirtschafter unterwegs sind.

Bereits vor fünf Jahren hatten die Kämpfe ein Todesopfer gefordert: Der Bandido-Rocker «Eschli» war 2009 von einem Hells-Angels-Mitglied getötet worden. Im vergangenen Jahr war bei Auseinandersetzungen im Rocker-Milieu in Nordrhein-Westfalen mehrfach scharf geschossen worden. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Die Polizei hatte die Kämpfe mit Vereinsverboten und etlichen Einsätzen einzudämmen versucht. Erst am Donnerstag hatten Spezialeinheiten Wohnungen von Hells-Angels-Rockern in Duisburg und Moers gestürmt. Die Durchsuchungen hätten mit den Mord-Ermittlungen aber nichts zu tun gehabt, hieß es.