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Der Papst will nicht mehr Papst sein. Diese Nachricht sorgte vor Kurzem für helle Aufregung. Nun muss ein neuer Papst gewählt werden. Und das ist eine spannende Sache... © dpa
28.02.2013

Alle hinaus! So wählen Kirchenmänner neuen Papst

Rom/Berlin. «Im Vatikan sind gerade alle sehr aufgeregt – und auch ziemlich im Stress», sagt Mario Galgano. Der Vatikan liegt in Rom, dort ist der Arbeitsplatz des Papstes. Viele Menschen helfen da nun mit, die Wahl des neuen Papstes vorzubereiten. Denn es gibt jede Menge zu tun. «Dabei sind einige Sachen noch gar nicht ganz klar», erklärt Mario Galgano. Er arbeitet beim Radio Vatikan.

Bildergalerie: Kirchenmänner wählen einen neuen Papst

Noch nicht bekannt ist zum Beispiel, wann die Wahl genau losgeht. Das legen nämlich bestimmte Kirchenmänner fest, die Kardinäle. Sie kommen aus der ganzen Welt. Nur sie dürfen den Papst wählen. Aber nur Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre alt sind. So sind die Regeln.

In den Regeln steht auch, dass der Papst in der Sixtinischen Kapelle gewählt wird. Das ist eine Kirche, an der sich normalerweise jeden Tag Tausende Urlauber drängeln. Sie wollen die berühmten Malereien der Kapelle bestaunen. Doch nun ziehen dort bald in einem feierlichen Umzug die Kardinäle ein. Dabei singen sie ein Kirchenlied. Dann beginnt das Konklave, die Papst-Wahl. Dann heißt es für alle anderen: Extra Omnes. Also: Alle hinaus, bitte!

Die Kardinäle werden in der Kapelle eingeschlossen. Ein Schloss verriegelt die Tür. Die Kardinäle sollen von der Außenwelt abgeschirmt sein: «Sie müssen zum Beispiel auch ihre Telefone und Computer abgeben», erklärt Mario Galgano. Sie haben keinen Fernseher, kein Radio, keine Zeitungen. «Die Kardinäle sollen von außen nicht beeinflusst oder unter Druck gesetzt werden», sagt der Fachmann. Die Kapelle wird deshalb sogar auf geheime Abhörgeräte untersucht.

«Die Papst-Wahl selbst ist eine sehr feierliche Zeremonie», erklärt Mario Galgano. Denn es wird nicht einfach nur gewählt. Die Kardinäle beten viel und feiern zusammen die Heilige Messe. Dazwischen wird gewählt. Bei jedem Wahlgang bekommen die Kardinäle einen Stimmzettel. Darauf schreiben sie den Namen ihres Kandidaten. In aller Regel wird ein Kardinal gewählt, der auch bei der Wahl dabei ist. Jeder Kardinal gibt seinen Stimmzettel dann einzeln ab. Dieser wird in eine Urne, eine Art Behälter, geworfen.

Alle Wahlzettel werden gemischt, gezählt und einzeln aufgefaltet. Drei Wahlhelfer schauen sich die Zettel an. Der Dritte liest laut den Namen vor. Dann werden die Zettel gelocht und mit einer Schnur zusammengebunden. Nach jeweils zwei Wahlgängen werden die Stimmzettel verbrannt. Dabei entsteht Rauch, der auch von draußen zu sehen ist. Ist der Rauch weiß, gibt es einen neuen Papst. «Die Farbe Weiß ist nämlich die Farbe des Papstes», verrät ein Kirchen-Fachmann.

Wie lange die Wahl dauert, kann niemand sagen. Das hängt davon ab, wie schnell sich viele Kardinäle auf einen Kandidaten einigen. Denn der neue Papst braucht die Zustimmung vieler Kardinäle. Mario Galgano sagt: «Es wird auf jeden Fall sehr spannend.»