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Der Tod des 17 Jahre alten Niklas sorgte im Mai bundesweit für Sprachlosigkeit. Er war nach einem Konzertbesuch im Bonner Stadtteil Bad Godesberg attackiert worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift abgeschickt.
Der Tod des 17 Jahre alten Niklas sorgte im Mai bundesweit für Sprachlosigkeit. Er war nach einem Konzertbesuch im Bonner Stadtteil Bad Godesberg attackiert worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift abgeschickt. © dpa
20.10.2016

Anklage im Fall von Prügelopfer Niklas erhoben

Bonn. Rund fünf Monate nach dem Tod des in Bonn verprügelten Niklas hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßlichen Täter erhoben. Dem 20 Jahre alten Hauptbeschuldigten werde Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, berichtete der Kölner «Express». Die Staatsanwaltschaft nannte noch keine Details. Die beiden Angeklagten befänden sich in Untersuchungshaft, sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Donnerstag.

Niklas war am 7. Mai angegriffen worden. Der 17 Jahre alte Schüler war mit Freunden auf dem Heimweg von einem Konzert, als die Gruppe im Stadtteil Bad Godesberg auf eine andere Gruppe junger Männer traf. Es entwickelte sich erst ein Streit mit Worten, kurz darauf kam es den Ermittlern zufolge zu einem Handgemenge. Niklas wurde geschlagen, und als er auf dem Boden lag, folgte ein Tritt gegen den Kopf. Wenige Tage später starb er im Krankenhaus.

Die Tat erregte bundesweit Aufsehen. Im ehemaligen Diplomatenviertel Bad Godesberg entbrannte eine Diskussion über Gewalt auf der Straße, auch in der Landespolitik wurde über Konsequenzen diskutiert. Die Aufklärung der Tat stellte sich allerdings als schwierig heraus. Die Polizei nahm den Hauptverdächtigen zehn Tage später fest. Von Anfang an bestritt er die Vorwürfe. Die Ermittlungen nach einem möglicherweise beteiligten dritten Täter dauerten an, sagte der Staatsanwalt.

Die Ermittler gehen nach einem medizinischen Befund nicht mehr davon aus, dass der Tritt gegen den Kopf von Niklas die Todesursache war. Ein Gutachten habe ergeben, dass Gefäße im Gehirn vorgeschädigt gewesen seien. Demnach starb Niklas, weil eine Ader im Kopf riss.

Angesichts des Gutachtens hatte die Staatsanwaltschaft daher bereits erklärt, dass man nicht sicher sagen könne, «dass der Verdächtige mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt» habe.