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Ein Stehpaddler fotografiert am Samstag in Starnberg (Oberbayern) den beschädigten Steg vom Seerestaurant Undosa. Das neue Flaggschiff der Starnberger-See-Flotte, ist am Freitagabend in den voll besetzten Steg des Seerestaurants gekracht. Vier Restaurantgäste wurden bei dem Unfall leicht verletzt.
Ein Stehpaddler fotografiert am Samstag in Starnberg (Oberbayern) den beschädigten Steg vom Seerestaurant Undosa. Das neue Flaggschiff der Starnberger-See-Flotte, ist am Freitagabend in den voll besetzten Steg des Seerestaurants gekracht. Vier Restaurantgäste wurden bei dem Unfall leicht verletzt. © dpa
29.07.2012

Ausflugsdampfer kracht in Steg am Starnberger See

Das nagelneue Flaggschiff der Bayerischen Seen-Schifffahrt ist in Starnberg in einen voll besetzten Restaurant-Steg gekracht. Gäste sprangen ins Wasser, fünf Menschen wurden leicht verletzt. Die «MS Seeshaupt» war erst zwei Wochen zuvor getauft worden - ausgerechnet am Freitag, den 13.

Ob der Unfall am Freitagabend auf einen technischen Defekt oder auf menschliches Versagen zurückzuführen ist, prüft jetzt die Staatsanwaltschaft.

Kurz vor dem Unglück waren alle Passagiere am Dampfersteg an der Starnberger Seepromenade ausgestiegen. Doch beim Wendemanöver konnte der Kapitän den Rückwärtsgang nicht mehr lösen und fuhr laut Polizei rückwärts auf den voll besetzten Steg zu. «Es war Panik, die Leute sind geflüchtet oder in den See gegangen», sagte Orange-Beach-Restaurantgeschäftsführer Christian Sterr. Beim Aufprall habe es einen gewaltigen «Rumms» gegeben. Sonnenschirme und Stühle stürzten um.

Vier der fünf Leichtverletzten kamen laut Polizei ins Krankenhaus. Rund 140 Einsatzkräfte von Polizei, Wasserwacht, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren mit Booten und Fahrzeugen im Großeinsatz.

Der Kapitän konnte das 60 Meter lange Schiff wenig später in den nahen Hafen fahren. Die Polizei schätzte die Schäden am Schiff und am Steg auf mehrere tausend Euro. Die Ermittlungsbehörden stellten die «Seeshaupt» sicher. Alkohol war auf jeden Fall nicht im Spiel: Der Kapitän und alle Besatzungsmitglieder seien «absolut fahrtüchtig» gewesen, betonte die Polizei.

Ein Gutachter werde am Montag die technischen Protokolle auswerten, sagte Schifffahrtsdirektor Walter Stürzl. Dann werde sich zeigen, ob es sich um einen technischen Defekt oder um menschliches Versagen gehandelt habe.

Ausgerechnet am Freitag, den 13. Juli, hatte die Frau des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU), Karin Baumüller-Söder, das neue Flaggschiff getauft.

Die nach der südlichsten Gemeinde am Starnberger See benannte «Seeshaupt» bietet 800 Fahrgästen Platz. Zu ihren Attraktionen gehören ein Ruhedeck mit Liegestühlen, ein Spielbereich für Kinder und eine Aussichtsplattform. Mit 60 Metern ist sie das längste Schiff der Flotte der Bayerischen Seenschifffahrt.