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29.02.2008

Baum schlägt in Hotel „Hermannsee“ – Verkehrsunfälle, Stromausfälle und mehrere Straßensperrungen

PFORZHEIM/ENZKREIS. Das Sturmtief „Emma“ hat am Samstag die Polizei und die Feuerwehren in Pforzheim und dem Enzkreis in Atem gehalten. Im Laufe des Tages mussten die Feuerwehren zu über 80 Einsätzen ausrücken. Etwa ein Drittel entfielen auf das Pforzheimer Stadtgebiet, zwei Drittel auf den Enzkreis. Betroffen war nahezu das gesamte Kreisgebiet.

Nach 7 Uhr nahm die Windgeschwindigkeit deutlich zu. Um 7.21 Uhr wurde aus Schellbronn der erste umgestürzte Baum gemeldet. Dann ging es Schlag auf Schlag: Bäume hielten den Windböen nicht stand und fielen um. Fassadenteile drohten abzustürzen, Verkehrsschilder wurden umgeweht, Dachziegel stürzten ab. Nach heftigen Regenschauern lief in mehreren Ortschaften Wasser in Gebäude. In Pforzheim blies „Emma“ eine Werbetafel um und drückte ein Dachfenster ein. In den Höhenstadtteilen waren zahlreiche Straßen zeitweise durch umgestürzte Bäume blockiert.

Einen aufwändigen Einsatz gab es in Büchenbronn: Dort war eine rund drei Tonnen schwere Lärche auf das Hotel und Restaurant „Hermannsee“ gestürzt und hatte das Dach teilweise durchschlagen. Hier musste neben der Büchenbronner Feuerwehr auch der Kranwagen der Berufsfeuerwehr eingesetzt werden, um den Baum zu entfernen. Der Kranwagen wurde kurz darauf auch in Schömberg eingesetzt. Dort hatte der Sturm das Blechdach der Schule zerstört und teilweise abgerissen.

Am frühen Abend gab es dann noch einen weiteren Einsatz für den Pforzheimer Kranwagen. In Neuenbürg drohte eine Kabeltrommel von der Enz überspült zu werden. Sie wurde mit Hilfe des Kranwagens in Sicherheit gebracht.

Das Sturmtief „Emma“ machte mit Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke und Graupelschauern zahlreiche Straßen unpassierbar. Insgesamt kam es zu elf witterungsbedingten Verkehrsunfällen, bei denen sechs Personen verletzt wurden. Im Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Pforzheim gingen wegen des Sturms rund 100 Notrufe ein. Mehrere Straßen waren durch umgestürzte Bäume vorübergehend blockiert.

Die Bundesstraße B10 war wegen eines umgestürzten Baums zwischen der Autobahnanschlussstelle Pforzheim-West und dem Ersinger Kreuz von 5.45 bis 7 Uhr voll gesperrt. Zu weiteren Verkehrsbehinderungen wegen umgestürzter Bäume kam es unter anderem auf der Kreisstraße 4542 zwischen Neuenbürg-Arnbach und Neuenbürg, auf der Landesstraße 574 zwischen Schellbronn und Neuhausen, sowie zwischen Huchenfeld und Hohenwart. Die Landesstraße 572 war auf der Würmtalstrecke kurz nach der Abzweigung nach Tiefenbronn ebenfalls durch einen umgestürzten Baum vorübergehend gesperrt.

Um 6.45 Uhr war eine 23-jährige VW-Golf-Fahrerin auf der Landesstraße 574 von Neuhausen-Schellbronn in Fahrtrichtung Neuhausen-Schellbronn unterwegs. Rund 200 Meter vor dem Ortseingang Schellbronn brach der obere Teil eines Baumes ab und stürzte auf das Auto der 23-Jährigen. Dadurch zersplitterte die Frontscheibe und die Scheibe der Fahrertür. Am Golf entstand Sachschaden in Höhe von rund 3.000 Euro. Die Fahrerin blieb unverletzt.

Zu einem vorübergehenden Stromausfall kam es in Engelsbrand-Grunbach. Dort knickte der Sturm um 8.30 Uhr im Gaisackerweg eine Tanne um, die auf eine Stromleitung stürzte. Dabei rissen zwei der vier Leitungen ab. Die EnBW kam mit zwei Mann vor Ort und stellte den Storm ab. Sie wurden unterstützt von sechs Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Engelsbrand-Grunbach. Zu einem weiteren sturmbedingten Stromausfall kam es in Neuhausen-Hamberg der bis 16 Uhr andauerte.

Gegen 10 Uhr kam es auf der Bundesstraße 463, zwischen Pforzheim-Dillweißenstein und Unterreichenbach auf der glatten Fahrbahn zum Frontalzusammenstoß zweier Pkw, bei dem vier Personen leicht verletzt wurden. Sie wurden in Pforzheimer Krankenhäuser eingeliefert. Der Schaden an den unfallbeteiligten Fahrzeugen beträgt rund 8.000 Euro. Die beiden unfallbeteiligten Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden.

Die Polizei schätzt den durch die witterungsbedingten Verkehrsunfälle entstandenen Sachschaden auf insgesamt rund 40.000 Euro.

Das Landratsamt rät der Bevölkerung, keine Spaziergänge in den Wäldern zu unternehmen, da dort bei hohen Windgeschwindigkeiten Lebensgefahr bestehen kann.