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© Symbolbild: dpa
16.12.2015

Bayer steht erstmals vor deutschem Gericht

Waldshut-Tiengen. Das deutsche Gericht beschäftigt sich jetzt erstmals mit einer möglichen Gesundheitsgefahr durch die Anti-Baby-Pille «Yasminelle».

Das Landgericht im baden- württembergischen Waldshut-Tiengen verhandelt an diesem Donnerstag, 17. Dezember um 9 Uhr die Klage von Felicitas Rohrer gegen den Chemie- und Arzneimittelkonzern Bayer. Dieser vertreibt die Pille. Es ist der erste Prozess dieser Art in Deutschland, sagte ein Gerichtssprecher.

Die 31-Jährige aus Willstätt in Baden-Württemberg will nach eigenen Angaben rund 200 000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld von Bayer. Sie macht die Pille mit ihrem Wirkstoff Drospirenon für gesundheitliche Probleme verantwortlich. So erhöhe sie das Thrombose-Risiko. Nach der Einnahme der Pille habe sie im Juni 2009 eine Lungenembolie erlitten und sei daran fast gestorben. Seither kämpft sie gegen Bayer und die weltweit umstrittene Pille. Der Pharmakonzern halte die Ansprüche für unbegründet und werde sich gegen die Klage zur Wehr setzen, sagte ein Sprecher.

Durch wissenschaftliche Daten sei bestätigt, dass von der Anti-Baby-Pille und dem Wirkstoff bei korrekter Einnahme keine Gefahr ausgehe. In den USA hatten mehrere tausend Frauen gegen Bayer geklagt. Bis Anfang dieses Jahres schloss der Konzern den Angaben zufolge rund 9000 Vergleiche im Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden US-Dollar ab, ohne jedoch eine juristisch wirksame Verantwortung anzuerkennen. dpa