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Rafinha, Luiz Gustavo, Franck Ribery und Jerome Boateng (von links) von FC Bayern München albern im Training in München herum. Angst scheinen die Bayern vor dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League Saison nicht zu haben, obwohl der Gegner Real Madrid heißt. © dpa
17.04.2012

Bayern München will die Real-Maschine stoppen

Jetzt oder nie! Nach dem Meister-K.o. soll das ersehnte Heim-Finale die entscheidenden Extrakräfte der Bayern-Stars im Champions-League-Spektakel gegen Real Madrid freisetzen. «Dass das Endspiel hier in der Allianz Arena stattfindet, ist für die Spieler eine ganz extreme Motivation. Wann haben sie schon mal die Chance, im eigenen Stadion das Champions-League-Endspiel zu bestreiten? Die Chance haben sie vielleicht einmal im Leben», betonte Trainer Jupp Heynckes einen Tag vor dem Halbfinal-Hinspiel an diesem Dienstag (20.45 Uhr/Sat.1 und Sky) gegen die Königlichen um Cristiano Ronaldo, Mesut Özil & Co.

Bildergalerie: Locker im Training: Furchtlose Bayern erwarten Real Madrid

Gegen den Verein, mit dem Heynckes 1998 die Königsklasse gewann und bei dem er noch viele Freunde hat, wird der Mentalität eine ganz große Bedeutung zukommen. «Die Gier, die Leidenschaft, die Sehnsucht auf Erfolge sind gerade auf der europäischen Bühne ganz entscheidend», hob der 66-Jährige hervor.

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«Ich verspüre bei meiner Mannschaft, dass ein ganz großes Spiel ansteht. Und ich bin zuversichtlich, dass wir nicht nur eine gute Leistung bringen, sondern dass wir auch erfolgreich sind.» Auch wenn es auf dem Rasen keine große Rolle spielen dürfte - die Bilanz von acht Siegen in neun Heimspielen gegen Real gibt zumindest Zuversicht für eine gute Ausgangslage für das Rückspiel acht Tage später im Bernabéu-Stadion.

Heynckes erwartet 32 Tage vor dem Finale in der Münchner Arena ein «Spektakel». «Das wird ein hochinteressantes Match werden, wo zwei Traditionsmannschaften und zwei der besten Mannschaften Europas sich auf Augenhöhe begegnen», betonte der Bayern-Trainer. «Mir ist nicht angst», verkündete Kapitän Philipp Lahm, für den der Tiefschlag gegen Dortmund in der Bundesliga «nullkommanull» Rolle spielt.

«Die Meisterschaft ist abgehakt. Mir ist nicht angst. Wir werden von Anfang an fighten und alles daran setzen zu gewinnen - und wenn nicht, wenigstens 0:0 zu spielen.» Doch gerade das «zu Null» könnte gegen die Tormaschine von José Mourinho ein unlösbares Problem sein. Allein 107 Tore von Real in der Liga, über 150 in allen Wettbewerben sprechen eine deutliche Sprache. Eine Menge Arbeit steht Torhüter Manuel Neuer und seinen Vorderleuten bevor.

«Real wird den Torrekord von Di Stéfano, Puskás und Gento brechen», prophezeite Heynckes. Mourinho sei also nicht nur ein Trainer für die Defensive. «Er bricht alle Torrekorde, die in Madrid Bestand hatten. Er gehört sicher zu den besten Trainern Europas.» Und zweimal, im Endspiel 2010 mit Inter Mailand sowie 2005 mit dem FC Chelsea im Viertelfinale war der Portugiese der Bayern-Schreck.

Ob die Münchner Mission Heimfinale gelingt, wird auch von Lahm abhängen. Sein Spezialauftrag: Der Kapitän soll auf dem Flügel den Fußball-Egozentriker Cristiano Ronaldo stoppen. «Man hat vor diesen Spielern großen Respekt, was er geleitet hat, auch, weil ich weiß, wie sehr er dafür arbeitet», unterstrich Lahm den Eifer des Portugiesen mit allein 41 Ligatreffern. Aber, warnte Heynckes, es gebe viel mehr Aufgaben als nur die von Lahm gegen den schussgewaltigen Offensivkraftprotz zu bewältigen. «Wir müssen das im Team durchführen, das werde ich den Spielern auch zeigen, wie ich mir das vorstelle», sagte der Bayern-Trainer.

Madrid besticht durch Offensivpower, aber auch der FC Bayern hat viel zu bieten. Auch in Spanien sei der Respekt vor la «Bestia Negra» riesengroß, wusste Heynckes zu berichten. Torgarant Mario Gomez (11 Saisontore in der Königsklasse), Franck Ribéry und Ex-Madrilene Arjen Robben wollen ihre Bayern ins Finale ballern.

«Große Spieler» könnten in solchen Begegnungen geboren werden, spornte der Coach an. Hoffen muss Heynckes, dass der lange verletzte Bastian Schweinsteiger im Mittelfeld als Stabilisator in Form sein wird. Die Bayern wollen es wissen: «Man will sich immer mit den besten Spielern und den besten Mannschaften messen. Da kann man sich richtig drauf freuen», sagte Lahm. dpa