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Tonnenweise Feuerwerkskörper werden in einem Hamburger Wohnhaus entdeckt und beschlagnahmt.
Tonnenweise Feuerwerkskörper werden in einem Hamburger Wohnhaus entdeckt und beschlagnahmt. © dpa
31.12.2014

Bei Razzia tonnenweise illegale Böller in Wohnhaus entdeckt

Fahndern gelingt zu Silvester ein Erfolg gegen Verkäufer von illegaler Pyrotechnik. Tonnenweise Feuerwerkskörper werden in einem Hamburger Wohnhaus entdeckt - und noch Gefährlicheres.

Handball-große Böller, Sprengstoff und Pistolen: Nachdem Ermittler eine Riesenmenge illegaler Böller in einem Hamburger Wohnhaus sichergestellt haben, werden die konkreten Ausmaße des Falls bekannt. So wurden neben insgesamt vier Tonnen Pyrotechnik fünf Schusswaffen sowie zweieinhalb Kilogramm Gesteinssprengstoff bei dem Einsatz gefunden, wie Axel Hirth vom Zollfahndungsamt Hamburg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ein 45-jähriger Mann wurde bei dem Großeinsatz von Polizei, Zoll, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk am Dienstagabend vorläufig festgenommen.

Unter den Schusswaffen waren eine sogenannte Pumpgun und eine Glock-Pistole. Auch sei ein metallischer Gegenstand gefunden worden, bei dem es sich um eine Tretmine handeln könnte. «Der hatte da ein ganzes Arsenal», sagte Hirth. Zunächst hatten die Ermittler von drei Tonnen Feuerwerkskörpern gesprochen.

Das Feuerwerk war in einer Wohnung und in der Tiefgarage eines mehrstöckigen Hauses im Stadtteil Billstedt sowie in einer Werkstatt im Stadtteil Hamm gefunden worden. Laut Polizei war es auch noch unsachgemäß gelagert worden. Wäre in dem Haus ein Feuer ausgebrochen, hätte es zu einer Katastrophe kommen können, sagte Hirth. «Wir sind jedenfalls sehr, sehr froh, dass wir das Lager geräumt haben.»

Vom «bisher größten Fund im Stadtgebiet» der Millionenstadt sprach Hirth am Dienstag. Zwar seien schon mal in einem Container große Mengen entdeckt worden, aber nicht in Wohnungen oder Kellern in einer solchen Größenordnung. Die Böller und Raketen hätten eine «Netto-Sprengkraft» von etwa einer Tonne.

Jetzt versuchen die Ermittler herauszufinden, ob der 45-jährige Wohnungsmieter, der bisher polizeilich nicht bekannt war, Komplizen hatte und wie er an die Feuerwerkskörper und an den Sprengstoff kam.

Am Dienstagabend mussten bis zum Abtransport der tausenden Böller und Raketen 200 Wohnungen evakuiert werden. Am späten Abend brachten Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks die Feuerwerkskörper dann an einen sicheren Ort. Auf die Spur der Feuerwerkverkäufer waren die Fahnder dank eines anonymen Hinweises gekommen.