Bei Unfall getöteter Polizist hinterlässt Frau und Kind

KARLRUHE. Er wollte helfen, den blutigen Streit zwischen Asylbewerbern zu schlichten. Doch auf dem Weg zum Tatort prallte der 45-jährige Polizist in Karlsruhe mit seinem Streifenwagen gegen eine Straßenbahn. Der Familienvater wurde in seinem Auto eingeklemmt und starb am Unfallort. Ein 44-jähriger Kollege wurde schwer verletzt und liegt derzeit im Krankenhaus. Die Streife war am späten Montagabend auf dem Weg zur Landesaufnahmestelle für Asylbewerber gerufen worden.

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Tragischer Unfall: Polizist stirbt nach Zusammenprall mit Straßenbahn

Dort hatte ein 18-jähriger Algerier einen 44-jährigen Inder aus bislang ungeklärten Gründen niedergestochen, teilte die Polizei am Dienstag weiter mit. Dabei durchstach er die Backe seines Gegners. Als eine Menschentraube den ersten beiden Beamten am Einsatzort den Weg versperrte, forderten sie Verstärkung an. Der Streifenwagen war mit Blaulicht und entsprechend schnell unterwegs. Durch die Wucht des Aufpralls entgleiste die Straßenbahn. Der Zugführer erlitt einen Schock, die Fahrgäste blieben unverletzt.

Der verstorbene Polizist hinterlässt nach Angaben eines Polizeisprechers Frau und ein Kind. Am Dienstag sprach Innenminister Heribert Rech (CDU) den Angehörigen des verstorbenen Beamten sein Mitgefühl aus. „Die Polizei des Landes und ich selbst sind über den Tod des Kollegen sehr betroffen. Wir denken in Trauer an ihn.“ Dem schwer verletzten Polizisten wünschte er eine rasche Genesung.

Experten der Verkehrspolizei prüfen jetzt, ob ein Signalfehler Grund für den Unfall war. Um die genauen Umstände der Einsatzfahrt zu ermitteln, will die Polizei elektronische Aufzeichnungen der Straßenbahn auswerten. Der Algerier ist festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen versuchter Tötung ermittelt.