nach oben
Das Symbolbild zeigt eine Boeing 737-700 der deutschen Fluggesellschaft Air Berlin über dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg.
Beinahezusammenstoß von Air-Berlin-Jet in Israel © dpa
19.11.2010

Beinahezusammenstoß von Air-Berlin-Jet in Israel

TELAVIV/BERLIN. Eine Maschine der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin mit 138 Reisenden ist nach dem Start in TelAviv womöglich einem Zusammenstoß mit einem israelischen Jet entgangen. Die beiden Flugzeuge hätten sich am Donnerstag schon bis auf 250 Meter genähert, als die Flugkontrolle am Boden den Fehler bemerkt habe, berichteten israelische Medien unter Berufung auf die Sicherheitsbehörden am Ben-Gurion-Flughafen.

Air Berlin betonte, die Flugdaten hätten eindeutig gezeigt, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr gegeben habe. Sicherheitsabstände und Höhenunterschiede seien eingehalten worden, sagte eine Sprecherin am Abend in Berlin. Auch nach Angaben der israelischen Luftfahrtbehörde bestand für die Passagiere beider Flugzeuge zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr. Der Vorfall werde zusammen mit den zuständigen israelischen Stellen und der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung analysiert, erklärte Air Berlin.

Nach ersten Erkenntnissen aus Israel hatte der Pilot von Air Berlin einen falschen Kurs eingeschlagen. Eigentlich sollte er in Richtung Westen starten. Dann sei er aber südwärts geflogen, hieß es. Damit sei das deutsche Flugzeug auf Kollisionskurs zu einer Maschine der israelischen Linie El Al geraten, die beim Landeanflug in 1200 Metern Höhe geflogen sei. Ein Fluglotse habe die kritische Situation bemerkt und den Kapitän von Air Berlin aufmerksam gemacht.

Wie die Air-Berlin-Sprecherin sagte, war die Boeing 737-800 mit der Flugnummer AB 8905 um 12.15 Uhr Ortszeit in TelAviv gestartet. Die Maschine habe dann ihre Route gemäß den Angaben der Flugsicherung geändert und den Flug nach Köln/Bonn fortgesetzt. Dort sei sie um 15.35 Uhr gelandet.

Unabhängig davon sorgte bei Air Berlin am Donnerstag ein Vorfall in Namibia für Aufregung. Kurz vor dem Start eines Flugs nach München stellten Sicherheitskräfte beim Beladen auf dem Flughafen von Windhuk eine mögliche Bombe sicher. Entdeckt wurde sie in einem Koffer, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. Die 296 Passagiere des Airbus kamen viele Stunden verspätet wohlbehalten in Deutschland an.