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brennede autos © dpa
17.08.2011

Berlin: Serie der Brandanschläge auf Autos geht weiter

BERLIN. Mit einer beispiellosen Serie von nächtlichen Brandanschlägen auf Autos halten Unbekannte in Berlin die Polizei und Bevölkerung in Atem. Die Polizei bekommt das Problem nicht in den Griff. In der Nacht zum Mittwoch zündeten die Täter 15 Fahrzeuge an.

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In der Hauptstadt sind in der Nacht zum Mittwoch 15 Autos in Brand gesteckt worden. Fotos. dpaIn der Hauptstadt sind in der Nacht zum Mittwoch 15 Autos in Brand gesteckt worden. Fotos. dpaIn der Hauptstadt sind in der Nacht zum Mittwoch 15 Autos in Brand gesteckt worden. Fotos. dpa

Schon in der Nacht davor waren 11 Autos in Flammen aufgegangen, 7 weitere wurden beschädigt. Die Kriminalpolizei geht in vielen Fällen von linksextremistischen Tätern aus. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verurteilte die «schreckliche Serie» von Brandanschlägen scharf und sicherte zusätzliche Polizeistreifen zu. Die Polizei sprach von einer neuen Situation mit zwei Nächten in Folge mit Brandstiftungen in zweistelliger Anzahl. Den Brandstiftern fielen in der Nacht zu Mittwoch meist teure Autos zum Opfer - doch auch ein Lastwagen, ein Wohnwagen und ein Motorroller brannten. Die meisten Brände gab es im westlichen Bezirk Charlottenburg, der als gutbürgerlich gilt. Doch es brannte auch in anderen Bezirken wie Spandau und später auch in Friedrichshain im Osten.

Auch in der vergangenen Woche waren allein in einer Nacht sieben Wagen angezündet worden. Bis zum Dienstag zählte die Polizei seit Jahresbeginn etwa 250 brennende Autos, die Hälfte davon würden als Brandstiftungen von Linksextremisten eingestuft, weil bestimmte Indikatoren darauf hinwiesen, sagte ein Polizeisprecher. Im bisherigen Rekordjahr 2009 gab es 145 direkte Brandanschläge, die mutmaßlich von Linksextremisten verübt wurden. Mehrere hundert Autos brannten ab oder wurden beschädigt.

Im vergangenen Jahr ging die Zahl der direkt politisch motivierten Anschläge auf 44 zurück. Anschläge dieser Art gibt es auch in Hamburg. Im vergangenen Jahr wurden 157 Fälle gezählt, in den ersten sieben Monaten 2011 waren es 190. Die Zahl der zerstörten oder beschädigten Wagen lag jedoch deutlich höher, weil das Feuer oft auf andere Fahrzeuge übergriff.

Berlins Innensenator Körting sagte, mittlerweile gebe es noch mehr Brandstreifen der Polizei. «Wir werden die Maßnahmen verstärken, aber bei den vielen tausend Kilometern Straße ist es nicht möglich, überall Polizisten hinzustellen.» Daher hoffe die Polizei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Bei den Brandstiftern handele es sich wohl um Einzeltäter und Nachahmungstäter, sagte Körting.

Nicht alle handelten aus politischen Motiven, aber die linksextreme Szene habe in den vergangenen Jahren das Fundament für Nachahmer und Pyromanen gelegt. Polizeisprecher Frank Millert sagte: «Wir haben jede Nacht rund 100 Beamte und meistens sogar deutlich mehr im Einsatz. Die sind in Zivil und in Uniform in der Stadt unterwegs.» Die Polizei stünde aber vor einer extrem schwierigen Aufgabe. «Berlin hat 1,2 Millionen zugelassene Fahrzeuge und mehrere tausend Kilometer Straßennetz. Das heißt, es gibt Tatgelegenheiten ohne Ende für Brandstifter.»

Erst am 10. August hatte ein Berliner Amtsgericht einen 43-jährigen Mann wegen eines Brandanschlags zu 22 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Der geständige Angeklagte hatte am 16. Mai 2011 im Stadtteil Friedrichshain ein Auto angezündet. Die Polizei fand bei ihm linksextreme Publikationen mit Anleitungen für Brandsätze. dpa