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05.10.2014

Bernstein erhofft, Phosphor gefunden: Jacke von Frau fängt Feuer

St. Peter-Ording. Die Jacke einer Urlauberin aus Westfalen hat beim Strandspaziergang an der Nordsee plötzlich Feuer gefangen. Die Frau hatte am Strand von St. Peter-Ording Steine gesammelt und in ihre Jackentasche einen Phosphorbrocken gesteckt, den sie für Bernstein hielt. Kurz darauf habe die Jacke gebrannt, teilte die Polizei mit. Der Ehemann habe vergeblich versucht, den Fund aus der Jacke zu holen. Schließlich konnte die Frau ihre Jacke abstreifen.

Beide Beteiligte erlitten Brandverletzungen und wurden ambulant behandelt. Das Paar aus dem Raum Bielefeld konnte anschließend in sein Hotel zurückkehren, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Der Fund vom Samstag war demnach offenbar ein Klumpen Phosphor, der sich nach dem Trocknen unter Kontakt mit Sauerstoff selbst entzündet hatte. Nach Polizeiangaben kam es in der Vergangenheit landesweit vereinzelt zu Unfällen mit Phosphor, den Sammler für Bernstein oder Ähnliches hielten. Die britische Luftwaffe nutzte die Chemikalie im Zweiten Weltkrieg als Füllung für Brandbomben. Überreste davon werden noch immer angespült oder freigelegt.

Nach dem jüngsten Vorfall habe das DLRG den Strandbereich in St. Peter-Ording bei Ebbe nach weiteren Phosphor-Resten abgesucht. «Die Strandaufsicht ist jetzt sensibilisiert und wird in den folgenden Tagen besonders aufmerksam auf verdächtige Objekte achten», sagte der Polizeisprecher.

Erst wenige Tage zuvor hatte sich ein achtjähriges Mädchen beim Steinesammeln am Plöner See mit brennendem Phosphor verletzt. Das Kind war mit Verbrennungen an den Oberschenkeln ins Krankenhaus gekommen. Die Schülerin habe den vermeintlichen Stein beim Spaziergang in die Hosentasche gesteckt, wo er zu brennen begann.