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Im April 2014 wird die Premiere der Freiburger Schmuckmesse gefeiert. Hongkong-Veranstalter UBM Asia nennt sie Jewellery & Gem Fair Europe (JGF). Foto: Doris Löffler
Im April 2014 wird die Premiere der Freiburger Schmuckmesse gefeiert. Hongkong-Veranstalter UBM Asia nennt sie Jewellery & Gem Fair Europe (JGF). Foto: Doris Löffler © Doris Löffler
14.12.2011

Besinnung auf badische Wurzeln

Drei wesentliche Stationen seines Lebens will Wolfram Diener im Jahr 2014 in einem Projekt zusammenführen: geboren in Freiburg, Studienabschluss der Marktforschung an der Hochschule Pforzheim und seit 2011 Vizepräsident des asiatischen UBM-Konzerns in Hongkong. UBM (United Business Media) ist der weltweit zweitgrößte Veranstalter von Fachmessen. Diener ist im Konzern verantwortlich für das Schmuck-Portfolio. Pforzheim und der umliegende Enzkreis gelten mit 75 Prozent Anteil als die deutsche Schmuckmetropole schlechthin.

Und so sieht das Diener-Konzept aus: 2014 wird sich die Traditionsindustrie von Pforzheim auf einer neuen Fachmesse in Freiburg präsentieren. Veranstalter: UBM Hongkong. Der Name: Jewellery & Gem Fair Europe (JGF).

„Meine Kenntnisse der Pforzheimer Traditionsbranche und des südbadischen Raums sind für dieses Projekt ein großer Vorteil. Mir sind die Kulturen und Befindlichkeiten vertraut“, sagt der UBM-Manager aus Hongkong, der als Student in einem Goldstadt-Betrieb der Brauhaus-Familie Scheidtweiler gejobbt hat. Indes geht es bei dem Projekt freilich nicht ausschließlich um Pforzheim. Ziel sei es, einerseits ein internationales Ausstellerfeld zu bekommen: „Zwei Drittel aus Europa, der Rest aus Asien“, ist die Vorgabe von Diener. Andererseits peilt der UBM-Manager im Hinblick auf die Besucher ebenfalls Interessenten aus der ganzen Welt an. Vorerst sollen 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche genügen. Erweitert werden kann auf dem Areal am Freiburger Flugplatz bis auf 21.500 Quadratmeter. Für die erste Veranstaltung kalkuliert Diener mit 300 Ausstellern.

Und warum zieht es die Asiaten mit dem neuen Messeprojekt ausgerechnet nach Südbaden? Die Antwort: Fast zeitgleich mit der ersten Schmuckmesse in Freiburg (1. bis 4. April) läuft rund 60 Kilometer entfernt in der Schweiz die fest etablierte internationale Fachmesse für Uhren, Schmuck und Edelsteine, die Baselworld (27. März bis 3. April). Diener kalkuliert damit, dass Baselworld-Besucher sich mindestens einen Tag Zeit nehmen, um auch in Freiburg vorbeizuschauen. Geplant sind Shuttle-Angebote zwischen den beiden Städten. Auch die Hotels im Großraum der Breisgau-Metropole sind für einen möglichen Besucheransturm gerüstet, sagt Daniel Strowitzki, Abteilungsleiter Messe in Freiburg.

Und dennoch betont Diener: „Es ist nicht unser Bestreben, zu Basel in Konkurrenz zu treten.“ Die Schweizer Messestadt habe einen international anerkannten Namen, vor allem für hochwertige Uhren. Dieses Segment bleibe in Freiburg unberührt. JGF wolle sich stattdessen zu etwa 65 Prozent auf Schmuck und zu 35 Prozent auf Edelsteine konzentrieren.

Außerdem können sich die Besucher – Groß- und Einzelhändler –direkt vor Ort mit Ware eindecken, anders als auf Messen wie Inhorgenta (München) oder Baselworld.

Aussteller aus der Region Nordschwarzwald begrüßen das Diener-Projekt mit dem Messe-Standort: „Durch die geografische Nähe zu unserer Firmenzentrale können wir bei Bedarf am Abend mal schnell nach Hause fahren und neue

Ware holen oder Kundenwünsche schnell bearbeiten“, erklärt der Geschäftsführer einer Schmuckmanufaktur aus dem Enzkreis, der 2014 statt auf Basel auf Freiburg setzt. Der Pforzheimer Trauring-Hersteller Gerstner fährt sogar zweigleisig: „Wir sind 2014 sowohl in Basel als auch in Freiburg mit jeweils einem Stand vertreten“, macht Geschäftsführer Eberhard Auerbach-Fröhling deutlich. Das Konzept von Wolfram Diener sei es Wert, einen Testlauf mitzumachen.

Mehr Informationen unter www.jgf-europe.com