nach oben
Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) beantwortet im Landtag in Hannover (Niedersachsen) die Fragen der Journalisten. Busemann hatte nach einer Alkoholfahrt zu einer Pressekonferenz geladen.
Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) beantwortet im Landtag in Hannover (Niedersachsen) die Fragen der Journalisten. Busemann hatte nach einer Alkoholfahrt zu einer Pressekonferenz geladen. © dpa
07.02.2013

«Bild»: Niedersachsens Justizminister betrunken am Steuer

Hannover (dpa) - Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) ist nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung in Hannover betrunken Auto gefahren - und von der Polizei erwischt worden. Bei einem Alkoholtest habe er knapp 0,9 Promille gehabt.

Der Minister, dessen Amtszeit nach der Abwahl der CDU/FDP-Landesregierung in wenigen Tagen endet, sagte der Zeitung: «Ich ärgere mich maßlos über mich selbst. Ich hatte gegessen und Bier getrunken. Aber ich war mir sicher, dass ich fahrtüchtig wäre.»

Busemann war am Dienstagabend mit seinem Dienstwagen zu seiner Zweitwohnung in Hannover gefahren. Zuvor hatte die CDU den 60-jährigen Juristen für das Amt des künftigen Landtagspräsidenten nominiert. Die Landtagswahl am 20. Januar hatten SPD und Grüne mit knapper Mehrheit gewonnen. Die stärkste Fraktion stellt traditionsgemäß den Landtagspräsidenten.

Wer genau ist Busemann?

19 Jahre im Landtag, 5 Jahre Kultusminister, 5 Jahre Justizminister: Nicht nur in der niedersächsischen CDU ist der Emsländer Bernd Busemann ein politisches Schwergewicht. Der studierte Jurist genießt auch außerhalb der Parteigrenzen Respekt. Seit 1971 ist der 60-Jährige Mitglied der CDU. Der gläubige Katholik gehört zum konservativen Flügel der Partei. Er schreckt nicht vor öffentlicher Kritik an Ehen von Homosexuellen oder deren Adoptionsrecht zurück.

Innerhalb seiner Partei hat sich der akribische Arbeiter Busemann als «Allrounder» hohes Ansehen erworben. Gleich zwei Ministerämter bekleidete er in der zehnjährigen Regierungszeit von CDU und FDP. 2003 holte ihn der damalige Ministerpräsident Christian Wulff als Kultusminister in das Kabinett. Schnell erwarb er sich den Ruf des eisernen Reformers, der sich damit bei Lehrern, Eltern und Schüler nicht nur Freunde machte.

Seit 2008 ist Busemann als Justizminister in seinem Element. Hier sorgte er als Hardliner beim Thema Sicherungsverwahrung immer wieder auch bundesweit für Schlagzeilen. In der Debatte um die Reform der Unterbringungspraxis scheute er sich auch nicht vor teils harter Kritik an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Seine Freizeit verbringt Busemann gerne mit seiner Frau bei den eigenen Schafen. Seit mehr als 15 Jahren züchtet das Ehepaar im Heimatort Dörpen Bentheimer Landschafe. Auch seinen Urlaub verbringt Busemann gern in heimatlichen Gefilden. Den geselligen 60-Jährigen zieht es regelmäßig «ins wunderschöne Emsland», wie er sagt.