nach oben
2015 wurde eine geplante Asylunterkunft in Singen Opfer eines Brandanschlages.
2015 wurde eine geplante Asylunterkunft in Singen Opfer eines Brandanschlages. © PZ
28.12.2016

Bis kurz vor Jahresende 921 Übergriffe auf Asylunterkünfte

Wiesbaden (dpa) - Bei der Zahl der Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte zeichnet sich 2016 ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ab. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte, wurden bislang 921 Delikte aktenkundig (Stichtag 27. Dezember). Im gesamten Vorjahr waren 1031 solcher Straftaten gezählt worden. Zu möglichen Gründen für die leicht gesunkenen Zahlen äußerte sich das BKA nicht.

Die Ermittler vermuteten 2016 bei 857 Fällen einen rechtsextremen Hintergrund, bei weiteren 64 Delikten konnte eine politische Motivation noch nicht sicher ausgeschlossen werden.

Bei den Angriffen handelte es sich überwiegend um Sachbeschädigungen (371) und Propagandadelikte (211). In mehr als 150 Fällen wurden in diesem Jahr bislang Gewalttaten gegen Flüchtlingsunterkünfte verübt, darunter 66 Brandstiftungen und 4 Sprengstoffexplosionen.

2015 hatten die Ermittler 177 der Attacken gegen Asylbewerberheime als Gewalttat gewertet, darunter 94 Brandstiftungen und 8 Sprengstoffexplosionen. 2014 waren für das Gesamtjahr noch 199 Straftaten gegen Asylunterkünfte gemeldet worden, darunter 28 Gewaltdelikte.

Auch in der Region hatte es Mitte 2015 einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft gegeben. In Remchingen-Singen brannte ein Gebäude lichterloh und schnell stand fest, dass es sich um Brandstiftung handelte. Der Täter wurde schließlich zu drei Jahren Haft verurteilt. Alle Informationen zum Sachverhalt finden Sie in unserem Dossier oder in der interaktiven Chronik im PZ-Plus-Bereich.

Mehr zum Thema:

Hakenkreuze und ausländerfeindliche Parolen auf Asylheim gesprüht

Zehntausende Asylbewerber freiwillig in Heimat zurückgekehrt

Asylbewerber lösen mit Geschenk für Merkel Polizei-Einsatz aus

Streit im Kreistag um Kauf oder Vermietung von Asylheimen

Land fährt Aufnahmekapazitäten für neue Asylbewerber zurück

Eklat um Asylunterkünfte: Pfeifen, Zwischenrufe und Verbalattacken im Gemeinderat