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Black Jackets: Mehrjährige Haftstrafen für Anschlag auf United Tribunes.
Black Jackets: Mehrjährige Haftstrafen für Anschlag auf United Tribunes © dpa
27.01.2012

Black Jackets: Haftstrafen für Anschlag auf United Tribuns

Rottweil (dpa) - Weil sie einen Brandanschlag auf das Clubheim einer verfeindeten Rockergruppe verübt haben, müssen sechs Mitglieder der Black Jackets für mehrere Jahre ins Gefängnis. Zwei weitere bekamen am Freitag in Baden-Württemberg Bewährungsstrafen. In Pforzheim sind die Black Jackets vom Stadtbild verschwunden. Ihr Chef wurde wegen Verdachts auf ein Betrugsdelikt mit anderen Personen des Rotlicht-Milieus verhaftet. Ungefähr zur gleichen Zeit verließen die Gang-Mitglieder ihr Hauptquartier an der Calwer Straße.

Die 19 bis 26 Jahre alten Angeklagten hatten vor dem Landgericht Rottweil gestanden, im Februar 2011 an einem Brandanschlag mit zwei Molotow-Cocktails auf das Clubheim der verfeindeten United Tribunes beteiligt gewesen zu sein. Wegen versuchter schwerer Brandstiftung verhängten die Richter Urteile bis zu drei Jahren und neun Monate Haft. Die Männer seien ohne lange zu zögern zu dem Angriff bereit gewesen, betonte der Vorsitzende Richter.

Die Staatsanwaltschaft hatte anfangs sogar Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Denn der Anschlag auf die United Tribuns vor einem Jahr gilt als bisheriger Höhepunkt im Rottweiler Rocker-Krieg. Immer wieder kam es zu blutigen Auseinandersetzungen. Nach Einschätzung der Polizei ging es dabei vor allem um die Frage, wer in Rottweil und Umgebung den lukrativen Handel mit Drogen und Waffen sowie die Prostitution beherrscht.

Der Anlass für den Brandanschlag auf das Clubheim der Tribunes war nach Ansicht der Richter jedoch sehr viel banaler: Es gab einen einfachen Streit zwischen Mitgliedern beider Gruppen. Die Black Jackets hätten sich von Mitgliedern der United Tribuns in ihrer Ehre gekränkt gefühlt und auf Rache gesonnen. Deshalb hätten sie den Brandanschlag geplant.