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Bei einem Terroranschlag in New York sind am Dienstag acht Menschen gestorben. © dpa
Polizisten untersuchen am 31.10.2017 in New York (USA) auf der Straße einen stark beschädigten PKW. Bei einer Terrorattacke mit einem Pick-up-Truck in New York sind mindestens acht Menschen getötet worden. © dpa
Rettungskräfte und Polizisten stehen in New York neben einem beschädigten Schulbus, der zuvor von einem Truck gerammt sein worden soll. © dpa
In der Stadt hat es nach Polizeiangaben eine Schießerei gegeben. Der Vorfall habe sich im Südwesten Manhattans ereignet, teilte die New Yorker Polizei (NYPD) auf Twitter mit. © dpa
31.10.2017

Blutbad in New York: Acht Menschen sterben an Halloween - mehrere Verletzte

New York (dpa) - Mit einem Kleinlaster hat ein Terrorist im Herzen von New York mehrere Fußgänger und Fahrradfahrer überfahren und dabei mindestens acht Menschen getötet.

Elf weitere wurden verletzt, darunter eine Deutsche. Neun Verletzte waren am Mittwoch nach Angaben der Behörden noch im Krankenhaus, drei konnten entlassen werden. Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem feigen «Terrorakt». Ein Polizist schoss den mutmaßlichen Angreifer nieder, der verletzt in ein Krankenhaus gebracht wurde. Dass es auch ein deutsches Todesopfer gab, wie der New Yorker Feuerwehrchef Daniel Nigro am Mittwoch sagte, konnte das Auswärtige Amt in Berlin zunächst nicht bestätigen.

Bildergalerie: Tote und Verletzte bei Zwischenfall in New York

«Wir werden das, was gestern passiert ist, nie als etwas akzeptieren, dass in unserer Stadt unausweichlich ist», sagte Polizeichef James O'Neill bei einer Pressekonferenz. «Jetzt ist nicht die Zeit, in Angst zu leben, jetzt ist die Zeit für alle New Yorker, stark zu sein, wie wir es immer sind.» Die traditionelle Halloween-Parade am Dienstag, zu der mehr als eine Million Menschen kamen, fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen trotz des Attentats statt. Dasselbe ist auch für den New Yorker Marathon kommenden Woche geplant.

Der 29-jährige Mann handelte nach Polizeiangaben alleine. Er stammt Medienberichten zufolge aus der muslimisch geprägten Ex-Sowjetrepublik Usbekistan. Demnach lebte er seit 2010 legal in den Vereinigten Staaten, zuletzt im Bundesstaat New Jersey. Dort soll er kurz vor dem Attentat den Pick-up-Truck gemietet haben.

Die Attacke weckt Erinnerungen an ähnlich verheerende Terrorangriffe mit Fahrzeugen in den vergangenen Jahren. Anfang Juni hatten Angreifer in London mit einem Transporter mehrere Menschen auf einer Brücke überfahren. Knapp ein Jahr zuvor war ein islamistischer Attentäter in Nizza mit einem Lastwagen in ein Menschenmenge gerast. Im Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gesteuert.

Medien gaben den Namen des Verdächtigen mit Sayfullo S. an. Er habe zuletzt im Bundesstaat New Jersey nahe New York gelebt und für den Fahrdienstvermittler Uber gearbeitet, berichtete etwa die «New York Times». Das Unternehmen kündigte an, mit den Behörden zu kooperieren. Die autoritäre Führung von Usbekistan sagte den USA Unterstützung bei den Ermittlungen zu.

Als Reaktion auf die Terrorattacke will US-Präsident Donald Trump die «Green-Card-Lotterie» abschaffen. Er wolle stattdessen ein System, das auf den beruflichen Fähigkeiten der Bewerber basiere. «Wir müssen diesen Wahnsinn stoppen», schrieb Trump am Mittwoch bei Twitter. Die Verlosung verschafft jährlich bis zu 50 000 Ausländern aus aller Welt einen dauerhaften Aufenthaltsstatus mit Arbeitserlaubnis in den USA. Davon profitieren jedes Jahr auch viele Deutsche.

Papst Franziskus sprach den Angehörigen von Terroranschlägen in Somalia, Afghanistan und New York sein Beileid aus. Beim traditionellen Angelusgebet in Rom sagte er am Mittwoch, man möge dafür beten, dass der Herr die «Herzen der Terroristen bekehrt und die Welt vom Hass und dem mörderischen Wahnsinn befreit, der den Namen Gottes missbraucht, um Tod zu sähen».

Für die Bundesregierung sicherten Kanzlerin Angela Merkel Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) den USA ihre Unterstützung beim Kampf gegen den Terror zu. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rief zu Solidarität mit der US-Millionenstadt auf.

Zahlreiche Regierungen verurteilten den Anschlag. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte: Gemeinsam werden wir die Terrorplage besiegen.» In Teheran sprach Außenamtssprecher Bahram Ghassemi den Angehörigen der Opfer das Beileid der iranischen Führung aus. Zugleich kritisierte er die Politik der USA und ihrer Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Unter den Toten von New York waren nach Angaben der Behörden der jeweiligen Länder auch eine Belgierin sowie fünf Argentinier. Elf Menschen wurden verletzt - außer der Deutschen auch eine belgische Familie. Zwei Lehrer und zwei Schüler wurden verletzt, als der Pick-up-Truck vor einer High School mit ihrem Schulbus kollidierte. Die Identität der übrigen Opfer war zunächst nicht bekannt.

Die Sicherheitsvorkehrungen in New York wurden verstärkt. Die traditionelle Halloween-Parade am Abend des 31. Oktober fand dennoch statt. «Das ist ein sehr schmerzhafter Tag für unsere Stadt, aber die New Yorker werden sich nicht wegen eines Terroranschlags ändern», sagte Bürgermeister De Blasio. Polizeichef James O'Neill sprach von eine «Tragödie größten Ausmaßes». Es gebe keine Hinweise auf eine andere akute Bedrohung in der Stadt, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Das Attentat ereignete sich im Südwesten Manhattans. Auf Höhe der West Houston Street raste der 29-Jährige mit einem gemieteten weißen Pick-up-Truck mehr als einen Kilometer weit auf einer Länge von etwa 20 Straßenblocks über einen beliebten Fußgänger- und Fahrradweg. Auf Höhe der Chambers Street kollidierte der Truck vor einer High School mit einem Schulbus und kam zum Stehen.

Der Fahrer stieg aus und rief nach Berichten «Allahu Akbar», arabisch für «Gott ist groß». Dann hielt er zwei Waffen hoch, die sich später als eine relativ ungefährliche Paintballpistole und ein Luftgewehr herausstellten. Daraufhin schoss ihm ein Polizist in den Bauch. Der 29-Jährige wurde festgenommen, in eine Klinik gebracht und operiert.

Gouverneur Cuomo sagte dem TV-Sender CBS, der Mann habe sich in den USA radikalisiert. «Nachdem er in die USA kam, hat er begonnen, sich über den IS und radikalislamische Taktiken zu informieren.» Eine in der Nähe seines gemieteten Pick-up-Trucks gefundenen Notiz habe auch eine Referenz zur Terrormiliz IS enthalten, sagte Cuomo.

US-Präsident Trump machte den IS für die Tat verantwortlich. Er habe seine Regierung angewiesen, die Sicherheitsüberprüfungen zu verschärfen.

Trump hat sich für eine Verschärfung der US-Einwanderungspolitik stark gemacht und dies damit begründet, dass er die Terrorgefahr für die USA als sehr konkret einschätze. So wollte er ein Einreiseverbot für Menschen aus überwiegend muslimisch geprägten Ländern einführen, scheiterte damit aber vor Gerichten.

Der Tatort wurde abgesperrt, Polizei und Feuerwehr waren vor Ort, Hubschrauber kreisten über der Gegend. Auf den Straßen stauten sich Tausende von Fahrzeugen. Wegen des Halloween-Fests waren zudem deutlich mehr Menschen unterwegs als sonst.

«Wir denken an die Menschen unserer großartigen Gastgeberstadt; heute sind wir alle im UN-Hauptquartier New Yorker», schrieb UN-Generalsekretär António Guterres bei Twitter. Er sei «geschockt und zutiefst traurig». New York sei als weltweites Symbol der Freiheit getroffen worden, sagte New Yorks Gouverneur Cuomo. «Seien Sie New Yorker! Leben Sie ihr Leben, lassen Sie ihr Leben nicht von anderen bestimmen.»

Mindestens 80 Menschen sind in Nizza in Südfrankreich ums Leben gekommen, als ein Mann am französischen Nationalfeiertag 2016 mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste.

In Berlin war ein 24-jähriger 2016 am Montag vor Weihnachten mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin gefahren. Zwölf Menschen starben, 55 wurden verletzt.

Bei einem Anschlag mit einem Lieferwagen in London im Juni 2017 hat ein Mann mehrere Mitglieder einer muslimischen Gemeinde verletzt.

Detlef von Seggern
01.11.2017
Blutbad in New York: Acht Menschen sterben an Halloween - mehrere Verletzte

"Ob psychisch Krank oder religiöser Wahn". Gegen Einzeltäter ist man fast machtlos, trotz noch so scharfer Sicherheitsvorkehrungen. Und verschärfte Einreisekontrollen. Bringen diese überhaupt was? Hat sich doch dieser Mann bereits seit Jahren in den USA aufgehalten, und sich unauffällig benommen. Aber der Terror kennt keine Grenzen. Es ist erschreckend immer wieder festzustellen wie das "Gedankengut" des IS in den Köpfen, nicht nur junger Menschen Einzug hält, und diese dann zu solchen ...... mehr...

Eiermann
01.11.2017
Blutbad in New York: Acht Menschen sterben an Halloween - mehrere Verletzte

In solchen Fällen bringt das in der Tat nichts. Wir können in Deutschland auch nicht verhindern, wenn sich deutsche Staatsbürger - 3. Einwanderergeneration usw. - radikalisieren. Trotzdem darf man im Umkehrschluss nicht behaupten, dass Einreisebeschränkungen und -kontrollen gar nichts bringen. In Deutschland sind nun bereits mehrfach so genannte "Schutzsuchende" unter Terrorverdacht festgenommen worden, auch Amri war ja bekanntlich ein solcher. Und zumindest diese Risiken könnten wir senken, ...... mehr...