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Kerzen und Blumen sind in der Nähe des Fundortes zum Gedenken der ermordeten Jugendlichen Nina und Tobias am Mittwoch (24.11.2010) in Bodenfelde aufgestellt. © dpa
27.11.2010

Bodenfelde trauert um ermordeten Tobias

Bildergalerie: Anwohner trauern um zwei tote Jugendliche in Bodenfelde

Der Verdächtige hat die blutigen Verbrechen inzwischen gestanden. Vor dem Haftrichter sagte er am Freitag aus, Nina getötet zu haben, weil sie seinen Annäherungsversuch nicht erwidert habe. Tobias musste sterben, weil er den mutmaßlichen Mörder in der Nähe des Tatorts - einem Fichtenwäldchen - gesehen hatte.

Der drogensüchtige Mann ist der Polizei schon länger bekannt. Er ist wegen einer Diebstahlserie verurteilt worden und befand sich zur Bewährung auf freiem Fuß. Da er aber wiederholt gegen die Auflagen verstoßen hatte, wollte die Justiz ihn wieder in eine Entziehungsklinik unterbringen. Seine Einweisung stand kurz bevor.
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll ein Gutachten klären, ob Jan O. schuldfähig ist. Außerdem soll ein Experte einschätzen, wie gefährlich der Mann ist. Zurzeit stehen noch die Ergebnisse von mehreren DNA-Untersuchungen aus. Eine Blutsspur an einem Kleidungsstück des 26-Jährigen konnte das Landeskriminalamt Niedersachsen bereits Tobias zuordnen, wie ein Sprecher der Anklagebehörde erläuterte.

Der Verdächtige hatte Nina eigenen Angaben zufolge am 15. November zufällig nahe des Wäldchens getroffen. Er zerrte sie zwischen die Bäume. Als sie schrie, schlug er ihr auf den Kopf und stach auf sie ein. Tobias wurde fünf Tage später zum Opfer. Jan O. sah den Teenager in der Nähe der Leiche und fühlte sich ertappt. Um die erste Bluttat zu vertuschen, tötete er auch den Jungen. dpa