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Der Krater einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird nach der kontrollierten Sprengung am Montag in Viersen von Scheinwerfern beleuchtet. Bei Bauarbeiten wurde eine britische Bombe mit Säurezünder entdeckt, die nicht entschärft werden kann, sondern kontrolliert gesprengt werden musste. © dpa
18.09.2012

Bombensprengung in Viersen: Starke Gebäudeschäden

Eine Bombensprengung hat zwei Gebäude in der Innenstadt von Viersen am Niederrhein unbewohnbar gemacht. Die Explosion des Sprengkörpers aus dem Zweiten Weltkrieg riss in der Nacht zum Dienstag einen tiefen Krater und richtete rundum große Schäden an. Rund 8000 Menschen hatten zuvor ihre Häuser verlassen müssen. «Bis auf die Bewohner der zwei unbewohnbaren Gebäude konnten alle wieder nach Hause», sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Bildergalerie: Bombensprengung in Viersen

Wegen der Fünf-Zentner-Bombe mit Säurezünder aus dem Zweiten Weltkrieg waren Tausende Bewohner im Umkreis des Fundorts seit Montagnachmittag in Sicherheit gebracht worden. Etwa 900 Rettungskräfte waren im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

In der Viersener Fußgängerzone klaffte nach der Sprengung ein metertiefer Krater. Schaufensterscheiben wurden aus den Rahmen gedrückt. Die Fassaden der umliegenden Häuser waren voller Dreck bis hoch aufs Dach, etliche Dachziegeln und Fensterscheiben lagen zertrümmert auf dem Boden. Wie groß die Schäden genau sind, sollte im Laufe des Tages in Augenschein genommen werden. Dann sollen auch Statiker prüfen, ob die Häuser einsturzgefährdet sind.

Ende August hatte bereits die Sprengung einer Weltkriegsbombe in München größere Schäden angerichtet. Auch dort machte die Explosion mehrere Häuser unbewohnbar. Die Feuerwehr musste nach der Sprengung etliche Brände löschen, viele Scheiben gingen zu Bruch.

In Viersen hatte der Säurezünder den Abtransport der Bombe oder die Entschärfung am Fundort nach Einschätzung von Experten unmöglich gemacht. «Schäden waren nicht zu vermeiden», sagt Sprengleiter Dieter Daenecke. Die sogenannte kontrollierte Explosion der Bombe am Fundort sei unvermeidlich gewesen.

Bauarbeiter hätten die Bombe relativ stark bewegt. Der Sprengkörper rutschte in eine Grube, als die Arbeiter auf den Blindgänger stießen. «Daher mussten wir davon ausgehen, dass der Langzeitzünder in Gang gesetzt wurde», sagte Daenecke. Deshalb sei die Evakuierung dringend notwendig gewesen.

Zugleich wurde im Hamburger Binnenhafen ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Ein Bagger hob die 500 Pfund schwere Fliegerbombe aus dem Wasser vor der Speicherstadt und legte sie auf einer Schute ab. Dort konnte der Sprengmeister am späten Abend den Aufschlagzünder herausdrehen. Zuvor waren die Gebäude im Umkreis von 300 Metern evakuiert worden, sagte ein Polizeisprecher.