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24.02.2015

Brandenburg sperrt «Körperwelten»-Schau für Schulunterricht

Potsdam/Berlin. Die umstrittene «Körperwelten»-Ausstellung in Berlin bleibt für Brandenburger Schülergruppen tabu. Das Bildungsministerium in Potsdam erlaubt nach eigenen Angaben vom Dienstag keine Besuche im neuen Museum des Leichenpräparators Gunther von Hagens während des Unterrichts. In Berlin ist die Regelung anders: «Das entscheiden die Schulen selbst», sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung.

Zugleich stellte das brandenburgische Ministerium klar, dass auf Klassenfahrten der Besuch des Museums möglich sei, weil diese Ausflüge freiwillig seien. Zur Begründung der Richtlinie hieß es, dass kein Kind - außerhalb der ethischen Diskussion - gezwungen werden könne, die kommerzielle Ausstellung zu besuchen. In den «Körperwelten»-Ausstellungen des umstrittenen Leichenpräparators von Hagens sind präparierte Leichen dargestellt, teilweise als Ganzkörper-Plastinate. Die Brandenburger Regelung gilt schon seit Jahren für ein sogenanntes Plastinarium in Guben.

Der brandenburgische Pädagogen-Verband unterstützt die Regelung des Ministeriums. «Viele Schüler sind nicht auf den Umgang mit dem Tod vorbereitet», sagte Verbandspräsident Hartmut Stäker. Mögliche psychologische Folgen für die Kinder seien nicht absehbar