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Hängen gerne gemeinsam ab – allerdings selten an der Querlatte: die drei Brüder (von links) Sebastian, Jan und Marius Pojtinger spielen seit dieser Saison gemeinsam für den 1. FC Steinegg. Seitdem geht es für den C-Ligisten steil bergauf. Foto: Ripberger
Hängen gerne gemeinsam ab – allerdings selten an der Querlatte: die drei Brüder (von links) Sebastian, Jan und Marius Pojtinger spielen seit dieser Saison gemeinsam für den 1. FC Steinegg. Seitdem geht es für den C-Ligisten steil bergauf. Foto: Ripberger
21.11.2017

Brüder-Trio sorgt beim FC Steinegg für Furore

Im deutschen Fußball gab es viele Brüderpaare. Zum Beispiel Fritz und Ottmar Walter (1. FC Kaiserslautern), Karlheinz und Bernd Förster (VfB Stuttgart), Uli und Dieter Hoeneß (FC Bayern München) oder auch Karl-Heinz und Michael Rummenigge (FC Bayern München), Klaus und Thomas Allofs (Fortuna Düsseldorf) sowie Friedhelm und Wolfgang Funkel (Bayer Uerdingen). Heute mischen in der Bundesliga nur noch Sven und Lars Bender (Bayer Leverkusen) mit. Nicht in einem Team hingegen spielen Kevin-Price und Jerome Boateng, die aber auch nur Halbbrüder sind. Im Fußballkreis Pforzheim gibt es gewiss auch einige Brüderpaare, die gemeinsam für einen Verein auf Torejagd gehen. Dass aber gleich drei Brüder in einem Team spielen, ist eher die Ausnahme.

Wir haben schon mal über die Baum-Brüder bei der SG Ölbronn-Dürrn berichtet oder auch über die Birke-Brüder beim SV Hohenwart. Mit den drei Pojtingers beim 1. FC Steinegg in der Kreisklasse C2 kam jetzt noch ein weiteres Trio dazu. Der Älteste heißt Sebastian (32) und spielt schon länger in Steinegg. Im Sommer stieg nun Jan (28) als Spielertrainer ein. Der dritte im Bunde ist Marius, der mit seinen 18 Jahren die Doppelbelastung (Einsatz bei den A-Junioren und in der ersten Mannschaft) perfekt meistert.

Wie ist es so, mit den Brüdern in einer Mannschaft?

„Super“, sagt Jan Pojtinger, „wir haben noch nie zusammengespielt. Nur früher auf dem Bolzplatz. Dass wir nun in Steinegg zusammenfinden, ist Weltklasse. Auf dem Platz harmonieren wir super zusammen.“

Während Jan und Sebastian als Innenverteidiger hinten den Laden dichthalten (nur 11 Gegentore, Ligaspitze) geht Marius vorne auf Torejagd (8 Treffer in 12 Spielen). Mit den Pojtingers wird also kräftig gepunktet. Dank der drei Brüder erfährt der 1. FC Steinegg – jahrelang immer in der C-Klasse unter ferner liefen – einen regelrechten Höhenflug. Die Mannschaft ist nach zwölf Spieltagen Zweiter, aber auch nur weil man das Topspiel am vergangenen Wochenende gegen Langenalb II knapp mit 0:1 verlor.

„Wir wollen aufsteigen, ganz klar, deshalb bin ich auch nach Steinegg gekommen“, sagt Jan Pojtinger.

Sollte es mal nicht so laufen, scheut sich der ehemalige Torhüter des FV Langenalb und TSV Grunbach nicht, auch mal seine Brüder in der Halbzeitpause zusammenzustauchen. „Da bleibt niemand verschont“, grinst der Spielertrainer. Ist da nicht ein Familienknatsch vorprogrammiert? „Überhaupt nicht“, so Jan. „Meine Brüder stecken das weg. Auch wenn ich einen mal auf die Ersatzbank setzen muss. Bei uns hat keiner eine Stammplatzgarantie.“

Viel Platz hat es dagegen in der Steinegger Kabine. So hat jeder von den Pojtingers auch sein eigenes Plätzchen. Vor dem Spiel pirschen sich Jan und Marius aber immer an Sebastian heran. „Er hat in der Sporttasche stets Nahrungsergänzungsmittel, da greift die ganze Mannschaft beherzt zu“, verrät Jan.

Und an Schabernack darf es natürlich nicht fehlen. Jan: „Marius und ich bringen nie einen Föhn mit. Warum auch? Sebastian hat ja immer einen dabei. Er sieht ihn nur selten, so dass er meist als Letzter die Kabine verlässt“, grinst Jan. Der große Bruder muss wohl öfters leiden. Jan: „Als wir noch jung waren, habe ich Sebastian mal vom Fahrrad geschubst. Blöd, dass da ein Zaun war. Jetzt hat Sebastian eine Narbe am Oberschenkel.“

Mit diesem Andenken bringt der Abwehrspieler aber Woche für Woche überragende Leistungen auf dem Platz. Sehr zur Freude auch von Vater Manuel, der früher selbst Fußballer und lange Spielleiter beim FC Alemannia Hamberg war. Heute fiebert er mit seinen Söhnen in Steinegg mit. Am Ende der Runde soll dann gemeinsam gefeiert werden. „Der Aufstieg mit dem Familien-Clan – das wäre der Hammer“, sagt Jan.