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Bundestrainer Joachim Löw hat bei der Nominierung seines erweiterten EM-Kaders wieder überrascht: Die Jungstars Marc-André ter Stegen (hier bei einem U21-Länderspiel) und Draxler stehen im Aufgebot. © dpa
Nationaltrainer Joachim Löw soll nach dem Willen von DFB-Sportdirektor Sammer noch lange im Amt bleiben. Jetzt hat er erst einmal den EM-Kader vorgestellt. © dpa
07.05.2012

Bundestrainer Löw nennt erweiterten EM-Kader

Die Jungstars Marc-André ter Stegen und Julian Draxler stehen überraschend im vorläufigen EM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft und können sich Hoffnungen auf einen Fußball- Sommer in Polen und der Ukraine machen. Bundestrainer Joachim Löw nominierte am Montag in Rastatt insgesamt 27 Spieler in seinen ersten Kader für die Titelmission bei der Europameisterschaft. Bis zum 29. Mai muss Löw seine Auswahl auf 23 Spieler reduzieren.

Bildergalerie: Szenen von Joachim Löws EM-Kadernominierung

«EM heißt, dass jeder Spieler bis zu letzten Stunde um seinen Platz kämpft», sagte Löw bei der Nominierung am Montag in Rastatt. Bereits durchs Raster gefallen sind Routinier Simon Rolfes, Dennis Aogo und Christian Träsch. Im Kader steht hingegen Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund. Im Angriff hat Löw neben Miroslav Klose und Mario Gomez nur Cacau berufen. Patrick Helmes' Hoffnungen, in letzter Minute noch ins DFB-Team zurückzukehren, wurden nicht erfüllt.

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Mit dem erst 18-jährigen Draxler setzte Löw seine Serie von Nominierungsüberraschungen fort. Der Schalker stand noch nie in einem A-Aufgebot und kann nun zu einem der jüngsten deutschen EM-Spieler werden. Mit ter Stegens Nominierung setzt Löw auch auf eine größere Auswahl bei den Torhütern. Gesetzt ist derzeit nur Manuel Neuer als Nummer eins. Tim Wiese und Ron-Robert Zieler müssen sich gegen den 20 Jahre alten Neuling beweisen.

Die EM-Vorbereitung beginnt am Freitag mit einem ersten einwöchigen Trainingslager auf Sardinien. Fehlen werden dann noch die 13 Profis der Pokalfinalisten Borussia Dortmund und Bayern München sowie die Legionäre Mesut Özil, Sami Khedira und Miroslav Klose.

«Die Spieler sehnen sich nach einem großen Erfolg», sagte Löw. «Ich sehe uns nicht als Topfavorit», schränkte er die Titelaussichten aber auch ein. «Wir gehen gut vorbereitet in das Turnier. Wir sind selbstbewusst genug», betonte Löw.

Der Bundestrainer informierte seine Auserwählten erst kurzfristig am Montagmorgen vor der öffentlichen Bekanntgabe. So wurden einige Wackelkandidaten auf eine erste harte EM-Geduldsprobe gestellt. Im Gegensatz zur aufwendig inszenierten Kader-Bekanntgabe vor der EM 2008 auf der Zugspitze verzichtete der DFB diesmal auf größeres Brimborium und verkündete die Kandidaten bei einer Pressekonferenz in einer badischen Geschäftsstelle des Generalsponsors. Zur Einstimmung auf süße EM-Träume lief ein Video mit dem Pop-Song «Sweet Dreams» von Emily Browning.

Vor Löw liegen von Freitag an vier Wochen Vorbereitung, die durch die zeitgleichen Vereins-Verpflichtungen der acht Bayern-Profis beeinträchtigt sind. Kapitän Philipp Lahm und seine Kollegen werden wegen des Champions-League-Finals gegen den FC Chelsea (19. Mai) und des Club-Spiels gegen die Niederlande (22. Mai) erst rund zwei Wochen vor dem EM-Auftakt am 9. Juni gegen Portugal in die Vorbereitung einsteigen.

Deshalb nominierte Löw deutlich mehr Akteure für die Titelmission. Einen Torwart und drei Feldspieler werden beim Turnier dann nicht dabei sein können. Im Aufgebot stehen auch die zuletzt lange verletzten Stammkräfte Klose und Per Mertesacker. Klose feierte am Sonntag sein Club-Comeback bei Lazio Rom. Mertesacker meldete sich zu «90 bis 95 Prozent fit».

Nach einer Woche Erholung in Sardinien zieht der DFB-Tross am 18. Mai ins Trainingslager nach Südfrankreich um.

>>> Die nominierten Spieler des erweiterten Kaders

>>> Der Fahrplan zur EM in Polen und in der Ukraine