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Wer hat die Neonazi-Terroristen der NSU mit diesen Waffen versorgt? Eine bundesweite Razzia bei mutmaßlichen Terrorhelfern soll diese Frage klären. © dpa
25.01.2012

Bundesweite Razzia bei mutmaßlichen Terrorhelfern

Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch bundesweit Wohnungen und Geschäftslokale von mutmaßlichen Unterstützern der Zwickauer Terrorzelle durchsucht. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, sollen die Beschuldigten den mutmaßlichen Terroristen der Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) Schusswaffen und Sprengstoff verschafft haben.

Bildergalerie: Neue Durchsuchungen bei mutmaßlichen Nazi-Terrorhelfern

Zwei der Beschuldigten sollen den mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bereits 1998 Sprengstoff und eine Schusswaffe zur Verfügung gestellt haben. Es bestehe der Verdacht, dass sie die Zwickauer Terrorzelle auch später unterstützt hätten, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Zwei weitere Beschuldigte sollen den Mitgliedern des NSU 2002 und 2003 mehrere Schusswaffen verschafft haben, darunter mindestens eine sogenannte Pumpgun.

An den Durchsuchungen sind der Bundesanwaltschaft zufolge etwa 110 Polizeibeamte aus den Reihen des Bundeskriminalamts sowie aus Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg beteiligt. Ziel sei es, weitere Erkenntnisse über das Unterstützerumfeld der terroristischen Vereinigung und die Herkunft der Waffen zu gewinnen.

Das Neonazi-Trio soll für die Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin in Heilbronn 2007 verantwortlich sein. Auch zwei Bombenattentate in Köln 2001 und 2007 und mehrere Banküberfälle sollen auf ihr Konto gehen.

Die mutmaßlichen Terroristen Böhnhardt und Mundlos hatten sich Anfang November selbst getötet. Die einzige Überlebende des Trios, die 36-jährige Beate Zschäpe, sitzt in Untersuchungshaft. Außerdem wurden vier mutmaßliche Unterstützer des Trios in U-Haft genommen.