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13.09.2017

Chemie-Angriffe auf Spielplätzen - 53-Jähriger muss in Psychiatrie

Aachen. Einem von Kinderlärm genervten Anwohner, der in Aachen ätzenden Rohrreiniger auf Spielplätze gestreut haben soll, wird versuchter Mord vorgeworfen. Bei der Vernehmung sagte der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft, dass er sich von vielen Personen verfolgt fühlte. Das Amtsgericht Aachen ordnete am Donnerstag die Unterbringung des 53-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der Tatverdächtige soll seit Juni die ätzende Chemikalie fünf Mal an Aachener Grillhütten und auf Spielplätzen ausgestreut haben. Drei Kinder waren leicht verletzt worden. Der Beschuldigte hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch gestanden, schon vorher Spielgeräte in einer Grünanlage mit Kot beschmiert zu haben.

Dem nach erster Einschätzung vermindert schuldfähigen Mann wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft versuchter Mord in fünf Fällen vorgeworfen, davon in drei Fällen in Tateinheit mit vollendeter und in zwei Fällen in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach äußerte sich nach der Festnahme erleichtert: Der Fahndungserfolg trage dazu bei, dass sich Eltern, Kinder und auch die Anwohner wieder unbeschwert in Parks und auf Spielplätzen aufhalten können, stellte er in einer Mitteilung fest.

Die Ermittler waren dem 53-Jährigen mit einer Fotofalle in einem Park auf die Spur gekommen. Als der Täter am Sonntag die Chemikalie auf Kinderschaukel und Klettergerüst streute, wurde er laut Staatsanwaltschaft aufgenommen.

Nur Stunden nach der Veröffentlichung der Bilder wurde der Mann festgekommen. Bei der Wohnungsdurchsuchung in Nachbarschaft zu dem Park fanden Polizisten unter anderem auch Rohrreiniger, der für kleine Kinder hätte tödlich sein können.

Die drei Kinder, die durch den Kontakt mit der Chemikalie leicht verletzt wurden, kamen noch glimpflich davon: Nach einem kurzen Krankenhaus-Aufenthalt konnten sie wieder nach Hause. Zwei betroffene Kinder gehörten nach früheren Angaben der Stadt zu einer Kindergartengruppe, die an einer Grillhütte war. Die Stadtverwaltung hatte daraufhin alle Kindergärten angeschrieben und gewarnt.