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Kopflos? Von wegen! Die Coschwa-Kicker Robert Hozjan (links) und Felix Freese 

feiern den Torschützen Fidan Beka beim 3:1-Sieg gegen die GU-Türkischer SV 

Pforzheim.
Kopflos? Von wegen! Die Coschwa-Kicker Robert Hozjan (links) und Felix Freese feiern den Torschützen Fidan Beka beim 3:1-Sieg gegen die GU-Türkischer SV Pforzheim.
18.05.2011

Coschwa kommt - Trainer gehen

Als die „Pforzheimer Zeitung“ bei Thomas Roller anruft, baut der Trainer der Spielvereinigung Coschwa in seinem Garten gerade ein Fundament – eine Mauer aus Beton. Erfolgreich Beton angerührt hatten einen Tag zuvor auch seine Spieler beim wichtigen 3:1-Sieg vor rund 300 Zuschauern im Topspiel der Kreisklasse A2 gegen die GU-Türkischer SV Pforzheim.

„Wir haben 60 Minuten in Unterzahl gespielt und keine Torchance zugelassen, das war taktisch eine Bombenleistung“, lobt Roller seine Mannschaft, die mit dem Heimsieg plötzlich wieder an der Tabellenspitze schnuppert. Vier Punkte beträgt der Abstand zu den Türken. Vier Spiele stehen noch aus. „Vielleicht geht ja noch was“, meint der 49-jährige Coach.

Vor ein paar Wochen sah das noch ganz anders aus. Da war die GU-Türkischer SV schier uneinholbar weg. Jetzt wird der Kampf um die Meisterschaft noch einmal spannend. Zumal der Spitzenreiter im Saisonfinale auch auf Uzun Polat und Yildirim Turgay verzichten muss, die im teilweise ruppigen Spitzenspiel in Coschwa mit Rot vom Platz mussten. Aber auch Roller fehlt in den letzten vier Spielen mit Taner Öztürk ein wichtiger Mann. Er sah ebenfalls den roten Karton.

„Platz zwei und damit die Relegation sollte am Ende schon drin sein, alles andere wäre eine große Enttäuschung“, sagt Roller. Die Chancen stehen nicht schlecht. Vor dem drittplatzierten FV Wildbad hat das junge Team um Spielführer Martin Buhl sieben Punkte Vorsprung. Das Restprogramm von Coschwa: Schellbronn (A), Hohenwart (H), Birkenfeld II (A) und Büchenbronn (H). Die GU-Türkischer SV spielt noch gegen Wildbad (H), Engelsbrand (A), Ellmendingen (H) und Hamberg (A). Wer weiß, vielleicht kann Thomas Roller nach der Einweihung seiner Mauer im Garten, auch noch den Aufstieg in die Kreisliga feiern.

Im spannenden Abstiegskampf der Kreisliga haben sich der FV Öschelbronn und Trainer Oliver Österle (38) nach der 0:5-Niederlage bei den Sportfreunden Feldrennach geeinigt, vier Spieltage vor Saisonschluss getrennte Wege zu gehen. „Wir haben uns im gegenseitigen Einvernehmen getrennt“, sagt Öschelbronns Vorsitzender Peter Schöpf und betont: „Wir haben den Trainer nicht rausgeworfen, sondern er ist auf uns zugekommen.“ Das bestätigt Österle: „Es gab ein Gespräch mit dem Verein. Und ich war der Meinung, das die Mannschaft in dieser Situation einen Wechsel braucht.“

Am gestrigen Dienstag leitete Volker Rudel, der sowieso nach der Runde übernehmen sollte, das erste Training beim FVÖ und steht nun vor der Herkules-Aufgabe, den Tabellenzwölften vor dem Abstieg zu retten. Öschelbronn hat 27 Punkte auf dem Konto. Der 1. FC Unterreichenbach und der 1. Bauschlott ebenso, beide haben aber das schlechtere Torverhältnis. Bauschlott belegt den ersten Abstiegsplatz.

In Abstiegsnot ist auch der 1. FC Nußbaum in der Kreisklasse A1. Nach der 0:8-Klatsche im Heimspiel gegen den TSV Ötisheim hat der Tabellenzwölfte am Montagabend die Reißleine gezogen und Trainer Holger Rudolf entlassen. Der 40-Jährige hatte erst vor der Runde das Amt von Norbert Kolbe übernommen, konnte die Mannschaft aber nicht ins gesicherte Mittelfeld führen. Für die letzten Spiele übernimmt nun Spielleiter Martin Thiel das Kommando, der vor fünf Jahren schon einmal interimsmäßig eingesprungen war. „Mit einem Sieg in den letzten vier Partien sollten wir gerettet sein“, so der 39-Jährige. Am Sonntag geht’s gegen den Vorletzten Ersingen II, danach folgen die Begegnungen gegen Knittlingen (7.), Singen (13.) und Eutingen (2.). Im Saisonfinale soll auch wieder Ex-Spielertrainer Norbert Kolbe auf dem Platz stehen.

Wer in der neuen Runde den FCN trainieren wird, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Die Zeit drängt. Vielleicht sollte Nußbaum mal bei Oliver Österle anrufen.

Oder bei Maurizio Sapuppo. Der 42-Jährige Coach ist am Montagabend als Trainer des SV Büchenbronn überraschend zurückgetreten. „Nachdem bekannt wurde, dass ich nach der Runde aufhöre, ging es ständig bergab. Nach dem 2:2 gegen Hohenwart, der Pokalpleite gegen Brötzingen und nun dem 1:4 gegen Birkenfeld hat es einfach keinen Wert mehr gehabt“, begründet Sapuppo seinen vorzeitigen Rücktritt. Angesprochen auf die freie Stelle in Nußbaum meint er: „Ich kenne Martin Thiel noch sehr gut von früher. Er war zu Landesliga-Zeiten mit Wilferdingen immer mein Ellmendinger Gegenspieler. Mal abwarten, wie sich alles entwickelt.“

Ein Kandidat für Nußbaum für die neue Runde wäre auch Jens Helfrich gewesen. Der Abwehrspieler des FC Heidelsheim hatte vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass er nicht abgeneigt wäre, einen Job als Spielertrainer in der Region anzunehmen Doch der 31-Jährige entschied sich nun doch ein weiteres Jahr beim derzeitigen Tabellendritten der Verbandsliga Nordbaden dran zu hängen. Auch weil der Verein im nächsten Jahr mit einem neuen Trainer um den Aufstieg mitspielen möchte. Arnold Dybek wird den Verein nach vier Jahren verlassen. Für ihn kommt Andreas Lässig, der zuletzt ein Jahr pausiert und davor den FC Zuzenhausen gecoacht hat. Der 40-Jährige war früher Profi beim SV Waldhof Mannheim.

Vielleicht muss Lässig künftig auf das Nachwuchstalent Mario Bilger (Helfrich: „Ein super Spieler“) verzichten. Am 23-jährigen Linksfuß (linke Außenbahn) ist nämlich Oberliga-Spitzenreiter FC Nöttingen dran. „Wir legen Mario keine Steine in den Weg. Aber wenn er wechselt, sollte er doch den ganz großen Sprung wagen“, meint Heidelsheims Spielleiter Günter Kummer.

Der FC Nöttingen hat mittlerweile Ersatz für Torhüter Mathias Dörrich (zum TSV Grunbach) gefunden. In der neuen Saison gehört Sascha Rausch (25) von der SG Sonnenhof Großaspach zum Nöttinger Torhütertrio mit Daniel Jilg und Robin Kraski. Der großgewachsene Keeper spielte vergangene Saison für den Verbandsligisten FC Germania Friedrichstal, bevor er zum Regionalligisten Großaspach wechselte.

Dieser Abgang tut dem 1. CfR Pforzheim weh: Abwehrspieler Tobias Wacker (25) wird nach der Runde zum TSV Grunbach wechseln. Das gab der Landesliga-Spitzenreiter gestern bekannt. „Er ist unser Wunschspieler für die Viererkette“, so TSV-Vize Torsten Heinemann. In Grunbach trifft Wacker, dessen Vertrag beim CfR ausläuft, auf seine Kumpels Oliver Wiedemann und Sascha Paseka. Der Innenverteidiger war vor zwei Jahren von den Spfr Feldrennach ins Brötzinger Tal gewechselt.